„Hurra die Welt geht unter“ heißt das neue Album der Hip-Hop-Truppe K.I.Z., das vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde. Und weil K.I.Z wissen, dass sie ihre treusten Fans in ihrer Heimatstadt Berlin haben, gaben sie am Donnerstagabend ein kostenloses Konzert auf dem Oranienplatz mitten in Kreuzberg. Das Open-Air wurde von der Partei Die Partei mitorganisiert, die ihr Mitglied Riza A. Cörtlen schickte, um eine "Rede ans Volk" zu halten.

Das Ganze wurde dann als eine Art witzige Diktatorenrede vorgetragen. Politische Inhalte? Fehlanzeige. Aber Die Partei schafft es ja immer wieder mit Satire junge Menschen anzusprechen. Und davon gab es am Donnerstag sehr viele. Einige im Publikum schwangen Die Partei-Fahnen. Dann folgte eine weitere diktatorisch angehauchte Rede von Leo Fischer, seines Zeichens Titanic-Autor, die aber mehr Witz hatte als die Rede des Vorgängers. Das Event wurde unter dem Motto "Stoppt die diktatorischen Tendenzen in der BRD" angekündigt. Eine gelungene Inszenierung vor dem Konzert. Seitlich der Bühne standen jeweils zwei übermenschliche Statuen, die wohl die Macht der Anwesenden darstellen sollte.

Die Menschenmasse in Kreuzberg wartete aber eigentlich nur auf den Auftritt von K.I.Z und jubelte wild, als die Musiker die Bühne am O-Platz betraten. Zuvor kündigten die Rapper sich als Außenseiter an, die ab jetzt die Macht übernehmen würden. K.I.Z. sind schon lange keine Außenseiter mehr und erreichen mit ihrem neuen Album auch die Top 30 der deutschen Charts.

Die Fans stört das nicht, im Gegenteil. Am Donnerstag sangen sie treu die Texte von K.I.Z. nach, die in ihrem neuen Album gegen Flüchtlingsparanoia, Rassismus und Asylpolitik rappen. So oder so wissen die Musiker genau, wie sie eine ordentliche Party veranstalten. Am Oranienplatz, der international für Schlagzeilen sorgte, weil dort viele Flüchtlinge für bessere Bedingungen kämpften, hatten sie jedenfalls leichtes Heimspiel.

Hinweis der Redaktion: In einer frühen Version des Artikels wurde als Organisator fälschlicherweise die "Piratenpartei" benannt. Das entschuldigen wir.