BerlinAuch nach über einem halben Jahr pandemieangepasster Veranstaltungen bleibt es unwirklich. Wann wird man sich wohl an Online-Vorträge und Streaming-Konzerte gewöhnen – oder sie gar so richtig genießen können? Der Heimathafen Neukölln, mit seinem stimmungsvollem Hinterhof sonst Ort dichtgedrängten Trubels, blieb an diesem Wochenende gespenstisch leer. Und das, obwohl einer der renommiertesten Literaturpreise des Landes just dort vergeben worden ist. 

Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 7500 Euro vergibt die Jury, bestehend aus den Schriftstellerinnen Marica Bodrožić und Verena Güntner sowie dem Autor Peter Waterhouse, am Sonntagnachmittag an drei Beiträge von Josefine Soppa, Nail Doğan und Rebecca Gisler. Das Preisgeld wird zu gleichen Teilen ausgezahlt. Soppa beeindruckte mit ihrem Romanauszug „Mirmar“, indem sie eindringlich über eine Mutter-Tochter-Beziehung und prekäre Arbeitsverhältnisse schreibt. Der Lyriker Doğan reimt in „Gedichte“ auch über Gastarbeiter, die noch immer „am deutschen Katzentisch sitzen“. Er ist dabei witzig und doch verstummt das Lachen ob der Aktualität des Beschriebenen. Gisler liefert mit „Hippobosca“ einen überaus atmosphärischen Text über eine junge Erzählerin auf der Suche.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.