Orchester-Auftakt: Für Roth Kultur kein Infektionstreiber

Mit den Philharmonikern und dem Konzerthausorchester feiern zwei der international gefeierten Berliner Ensembles an diesem Freitag ihren Saisonauftakt. Der O...

ARCHIV - Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien, aufgenommen während eines Interviews.
ARCHIV - Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien, aufgenommen während eines Interviews.Michael Kappeler/dpa/Archivbild

Berlin-Mit den Philharmonikern und dem Konzerthausorchester feiern zwei der international gefeierten Berliner Ensembles an diesem Freitag ihren Saisonauftakt. Der Orchesterverband fürchtet bereits um neuerliche Einbußen durch die Pandemie. Kulturstaatsministerin Claudia Roth zählt den Kulturbereich „nicht zu den typischen Infektionstreibern“.

Die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Chefdirigent Kirill Petrenko sind mit ihrem ersten Konzert nicht nur in der Hauptstadt zu erleben. Die seit langem ausverkaufte traditionelle Saisoneröffnung in der Philharmonie wird am Freitag (ab 18.30 Uhr) live in rund 100 Kinos im deutschsprachigen Raum übertragen. Zum Auftakt haben sich Petrenko und das Orchester Gustav Mahlers siebte Sinfonie vorgenommen.

Im Konzerthaus wenige hundert Meter entfernt eröffnet Christoph Eschenbach am selben Abend seine letzte Saison am Chefpult des Konzerthausorchesters. Zunächst stehen die von der Sopranistin Renée Fleming gesungenen „Vier letzten Lieder“ von Richard Strauss auf dem Programm, bevor auch hier Mahler mit der fünften Sinfonie ertönt. Auf den inzwischen 82-jährigen Eschenbach folgt die international gefeierte Joana Mallwitz als Chefdirigentin.

Die Deutsche Orchestervereinigung fürchtet in der Pandemie neue Einschränkungen für die Häuser. Die erkennbare Konsolidierung beim Publikumszuspruch werde durch die anstehende Novelle des Infektionsschutzgesetzes gefährdet, etwa durch Ausnahmen für das Tragen von Masken. „Diese Regelung liefe darauf hinaus, dass in Konzertsälen und Opernhäusern bei hohen Inzidenzen abermals mit Einschränkungen der Sitzplatzkapazitäten zu rechnen wäre“, sagte Geschäftsführer Gerald Mertens in einer Mitteilung. Der Verband sieht kein Infektionsrisiko, wenn das gesamte Publikum in Sälen mit fester Bestuhlung konsequent Maske trage. „Was in Flugzeug, Bus und Bahn als sicher gilt, sollte auch im Konzertsaal als sicher gelten.“

Kulturstaatsministerin Roth begrüßte die Einigung des Kabinetts zum Infektionsschutzgesetz. Damit sei das Szenario erneuter pauschaler Schließungen im Kulturbereich erstmal vom Tisch, sagte die Grünen-Politikerin in Berlin. „Der Kulturbereich hat in der Pandemie ganz besonders gelitten.“ Kultur sei aber unverzichtbarer Teil des Lebens, führe Menschen zueinander und mache die Gesellschaft stark. „Der Kulturbereich zählt nicht zu den typischen Infektionstreibern“, sagte Roth. Kultureinrichtungen hätten während der Pandemie Hygienekonzepte entwickelt und etwa in die Lufthygiene der Räumlichkeiten investiert.