Vielleicht ist das Bauhaus deswegen noch immer so faszinierend, weil es durch und durch fortschrittsoptimistisch war. Während das Verschwinden des Individuums hinter Technik, Material und Massenphänomenen heutzutage Angst macht, gehörten das Verständnis des Menschen als optimierbares System einerseits und die fast religiöse Erforschung des Dinglichen andererseits damals zum von allem Repräsentationszwang befreienden Grundbesteck des gestalterischen Schaffens.

Die „Frau im Klubsessel B3 von Marcel Breuer“, fotografiert von Erich Consemüller im Jahr 1926 ist eine Ikone dieser Idee. Hinter der von Oskar Schlemmer geschaffenen Maske noch heute nicht identifiziert, in einem Kleid, dessen Webstoff (von Lis Beyer) der Linie des Sessels nachspürt, scheint sie den Sessel mehr zu befüllen als sich seiner zu bedienen.

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