Das Bild dieser zwei Männer dürfte es eigentlich nicht geben. Erstens ist es in einem militärischen Sperrgebiet entstanden, Sebastian Wells hatte sich eingeschlichen, wurde entdeckt und musste seine Fotos löschen. Zweitens ist dieses Bild ästhetisch, eine Komposition: weiße Container links und rechts, ein kleiner Gegenstand fliegt herüber von einem Mann zum anderen, beide stehen sie oben auf den Treppen, die Containertüren sind offen. Im Hintergrund ein bewaldeter Hügel, davor Wäscheleinen.

So normal. So harmonisch. Obwohl die Szene an einem schlimmen Ort  aufgenommen worden ist: in Moria auf der griechischen Insel Lesbos, im Erstaufnahmelager für Geflüchtete. Manche nennen es  Lager der Verzweiflung oder gleich: Hölle. Es ist ein europäischer Unort − vor allem aber ein Ort voller Menschen. Um die geht es dem  Fotografen Sebastian Wells, um ihre Stärke und Abhängigkeit. Wie sie den Raum gestalten und über andere verfügen oder eben nicht.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.