Immer wieder richtete das SED-Mitglied Klaus Laabs Briefe an seine Partei und forderte diese zum Umdenken in Sachen gleichgeschlechtlicher Liebe auf. Irgendwann wurde es den Genossen im wahrsten Sinn des Wortes zu bunt, und sie schlossen ihn aus ihren Reihen aus. Dabei war dem Sohn eines hochrangigen Funktionärs einst eine glänzende Karriere beschieden. Beim Studium in Moskau wurde er auf den diplomatischen Dienst vorbereitet, er war hoch begabt, hätte nach ganz oben durchgereicht werden sollen. Doch er eckte immer wieder an. Die individuelle Freiheit war ihm wichtiger als eine Laufbahn im Staatsapparat.

Auch Peter Rauschs Eltern waren treue DDR-Bürger, die als Dank für ihre Loyalität in die Stalinallee einziehen durften. Rausch wurde 1973 zum Mitinitiator der Homosexuellen Interessengemeinschaft Berlin (HIB); am Vorabend hatte er mit Freunden im Westfernsehen Rosa von Praunheims filmisches Pamphlet „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ gesehen. Innerhalb der HIB drehte er nun selbst Filme auf Super-8, die heute einmalige Dokumente sind und dem Film „Out in Ost-Berlin“ wesentlich zu seiner Authentizität verhelfen.

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