Pamela Anderson, 53, hat die Nase gestrichen voll und geht offline. Den Zumutungen der sogenannten sozialen Medien, die sie vor allem als asoziale Medien versteht, will sich die Schauspielerin nicht länger aussetzen. Ihren Rückzug kündigte die auf eine große Reichweite bedachte Anderson allerdings auf den besagten Medien an, begleitet von den unmissverständlichen Hashtags #noInstagram, #notwitter, #nofacebook: „Dieses wird mein letztes Posting auf Instagram, Twitter und Facebook. Ich war nie an Social Media interessiert.“

Sentimentaler Rückblick auf ihr Leben als „Baywatch“-Schönheit

In den letzten Tagen hatte Anderson auf Instagram eine Reihe von älteren Bildern veröffentlicht, die sich wie eine sentimentale Rückschau auf ihr Leben als „Baywatch“- und Bikini-Schönheit ausnehmen. Ein Abschied auf Raten … Wie auch immer, ihren 1,2 Millionen Followern erklärte sie den Rückzug jedenfalls so: „Und jetzt, wo ich endlich mein wirkliches Leben habe, werde ich mich durch Bücher inspirieren. Nur in freier Natur werde ich frei sein.“ Klingt wie ein romantischer Gegenentwurf – Natur und Freiheit heißt die Perspektive der Flucht ins Off-Grid. 

Dabei geht es doch erst einmal nur darum, die durch Likes und andere Rankings gepushte Neugier nicht länger befriedigen zu wollen. Anderson hat mit ihrem Abschied eine klare und begründete Haltung formuliert: „Dank für all die Liebe. Ich hoffe, ihr findet die Stärke und die Inspiration, euren Weg zu finden. Und versucht, nicht dazu verführt zu werden, eure Zeit zu verschwenden. Das ist, was SIE wollen und was sie zu Geld machen. Die Kontrolle über euer Gehirn!“ Kurzum, die Social Media würden als eine Form der Gedankenkontrolle verwendet.

Instagram als philosophische Reflexionsstätte

Vor allem auf Twitter und Instagram hatte Anderson in den letzten Jahren sich immer wieder politisch positioniert, etwa die Tierschutzorganisation Peta oder den Wikileaks-Gründer Julian Assange, 49, unterstützt. Mehrere Male hatte sie ihn in der ecuadorianischen Botschaft in London besucht, ehe er im April 2019 verhaftet wurde. Auf die Entscheidung von Anfang dieses Jahres, Assange nicht an die USA auszuliefern, hatte Anderson erfreut reagiert und ihren Instagram-Kanal durchaus kreativ genutzt, nämlich als philosophische Reflexionsstätte.

Unter Verweis auf die Philosophin Hanna Arendt und ihren Aufsatz „Über Wahrheit und Lüge in der Politik“ schrieb sie: „Wenn immer alle lügen, ist die Folge nicht, dass den Lügen geglaubt wird, sondern dass niemand mehr etwas glaubt … Und ein Volk, das nichts mehr glauben kann, kann sich nicht wählen. Es wird nicht nur seiner Handlungs-, sondern auch seiner Denk- und Urteilsfähigkeit beraubt. Und mit solchen Leuten können Sie dann tun, was Sie wollen.“ Klingt auch wie ein Generalvorbehalt gegen Facebook, Twitter und Co.