Es zeugt von Mut, nach einem enttäuschenden ersten Teil der Verfilmung einer Buchserie noch den zweiten nachzulegen. Reichlich drei Jahre sind vergangen, seit der zweifach Harry-Potter-erprobte Chris Columbus mit „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ Lieblingshelden von zehn- bis 14-jährigen Lesern erfolglos in die Kinos schickte. Sollte der Film einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, dann einen unguten, so zerfasert war die Handlung, so unmotiviert manche Tricks.

Die Bücher des US-Amerikaners Rick Riordan werden aber nach wie vor verschlungen. Insofern war es einen Versuch wert. Und, so viel soll gleich verraten werden: „Percy Jackson 2: Im Bann des Zyklopen“ lässt sich besser anschauen. Der Film folgt insgesamt einer schlüssigeren Geschichte, auch wenn er hier und da den Faden verliert. Er ist auch verständlich, wenn man sich den ersten Teil gespart oder die Bücher bisher verpasst hat.

Die Serie führt Figuren und Sagen der griechischen Mythologie in die heutigen Vereinigten Staaten. Der Titelheld ist Sohn des Poseidon, Frucht der unerlaubten Verbindung zwischen dem Meeresgott und einer Menschenfrau. Man sieht es Percy nicht an, doch er kann die Kraft von Wasser beeinflussen und fühlt sich überhaupt im Nassen recht wohl. Er lebt mit anderen Götternachkömmlingen in einer Art Camp zusammen. Sein bester Freund ist ein Satyrn, der sieht bis zum Unterleib aus wie unsereins, muss sich allerdings auf zwei Ziegenbeinen fortbewegen. Sein Lehrer ist gar ein Zentaur, ein Mann, seriös mit Weste überm Hemd gekleidet, aber mit dem Rumpf eines Pferdes. Dann taucht auch noch ein bisher verschwiegener Halbbruder auf, ein Zyklop, dem Maske und technische Effekte sehr glaubhaft nur ein Auge auf die Stirn bastelten.

Die Idylle ist bedroht. Zeus’ Vater Kronos ersteht wieder auf, und ein Orakel erklärt Percy, dass nur das Goldene Vlies die Probleme lösen könnte. Das befindet sich auf einer Insel im Monstermeer, auch Bermuda-Dreieck genannt. Auf der Suche nach dem sagenumwobenen Stoff jagen Percy und seine Freunde mit zauberhaften visuellen Effekten und einer angenehmen Portion Humor durch die Lande. Sie befinden sich im Wettlauf mit anderen gottverwandten Jugendlichen. Zombie-Greisinnen steuern ein Höllentaxi; Hermes, der heute beim Paketdienstleister UPS arbeitet, gibt den jungen Leuten eine Düsentrieb-Dose; und ein buntes Riesen-Barbie-Pferd steigt als gütiges Transportmittel aus dem Wasser. In einem verlassenen Vergnügungspark, wie man ihn öfter mal im Kino zu sehen bekommt, kämpfen Gut und Böse mit viel Krawumm gegeneinander. Nein, langweilig ist das nicht. Für Teil 3 möge man dann bitte noch an der Figurenzeichnung arbeiten.

Percy Jackson 2: Im Bann des Zyklopen USA 2013. Regie: Thor Freudenthal, Drehbuch: Marc Guggenheim nach dem Roman von Rick Riordan, Kamera: Shelly Johnson, Darsteller: Logan Lerman, Brandon T. Jackson, Alexandra Daddario u..a.; 108 Minuten, Farbe. FSK ab 12.