Statue des Komponisten Ludwig van Beethoven in Bonn.
Foto: dpa/Oliver Berg

Berlin - Seit frühesten Zeiten hat es sich eingebürgert, Beethovens Schaffen in drei Etappen aufzuteilen: Früher Beethoven, mittlerer Beethoven, später Beethoven. Da fragt man sich zunächst: Wo ist der Witz? Was ist daran Beethoven-spezifisch?

Vermutlich ist spezifisch daran, dass Beethoven diese Schritte mit großem Bewusstsein vollzogen hat. Mag bei den meisten Komponisten die Reife sich bruchlos aus den Anfängen entwickeln, so hat Beethoven 1802 kundgetan, dass er „nur wenig zufrieden mit meinen bisherigen Arbeiten“ sei: „Von heute an will ich einen neuen Weg einschlagen.“ Der „neue Weg“ ist seitdem ein Zentralbegriff der Beethoven-Forschung, und weil Beethoven das „von heute an“ auf die drei Klaviersonaten op. 31 bezog, stehen diese seitdem unter besonderer Aufsicht, vor allem die mittlere in d-Moll, zu der auch noch überliefert ist, dass Beethoven zu ihrem Verständnis die Lektüre von Shakespeares „Sturm“ empfahl. Nimmt man nun noch dazu, dass Beethoven seinem Verleger die Variationen op. 34 und 35 als nach einer „wirklich ganz neuen Manier“ verfasst anpries, ist der bewusste Bruch mit dem Frühwerk ausreichend belegt.

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