Berlin - Während des Ersten Weltkriegs empfahl Felix von Luschan, Leiter des Berliner Völkerkundemuseums, seinen Kollegen dringend, nach Wünsdorf zu fahren. Der Besuch im dortigen Gefangenenlager sei für Ethnologen „fast so lohnend wie eine Weltreise“. Der Grund für seine Begeisterung war das sogenannte Halbmond-Lager, Internierungsort für mehr als 30.000 Muslime aus Asien und Afrika. Als Wehrpflichtige der britischen und französischen Kolonialmächte waren sie in deutsche Gefangenschaft geraten. Den Überlieferungen zufolge wurden sie korrekt behandelt: Es gab ausreichend Nahrung, sportliche und musische Betätigungen sowie Möglichkeiten der Religionsausübung. In den tristen Brandenburger Sand- und Kiefernboden wurde sogar eine imposante Moschee mit Minarett gesetzt.

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