Der Philosoph, Lehrbeauftragte und Sachbuchautor Daniel-Pascal Zorn hat auf Twitter auf Kritik nach seinem Auftritt in der von Thilo Jung moderierten Gesprächsreihe „Jung & Naiv“ reagiert. Nach der Ausstrahlung habe sich ein Kritiker geäußert und gesagt, Zorn sei im Vergleich zu Richard David Precht ja nur Lehrbeauftragter und kein Philosoph, es würde ihm vergleichsweise an Kompetenz fehlen. In einem 13-teiligen Tweet verteidigte Zorn seine akademische Reputation und kritisierte Precht.

Zorn schrieb: „Precht hat 1994 in der Germanistik über Musils ‚Mann ohne Eigenschaften‘ promoviert und arbeitete danach vor allem als freier Journalist, Roman- und Sachbuchautor. Ein paar seiner ersten Bücher hat er nach dem Durchbruch unter neuem Titel recyclet. Weder auf seiner privaten Homepage noch auf seiner Seite bei der Leuphana Lüneburg sind unter ‚Publikationen‘ philosophische Forschungsbeiträge verzeichnet. Auf ersterer findet man nur seine Sachbücher, auf letzterer gar nichts: https://www.leuphana.de/institute/ipk/personen/richard-david-precht.html

Es gebe einen Unterschied zwischen einem Wissenschaftler und einem Sachbuchautor

Im nächsten Teil der Tweet-Reihe hieß es: „Am Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft sind vier aktuell dort lehrende ordentliche Professor:innen aufgeführt, zwei Juniorprofessor:innen, sechs Gastprofessor:innen bzw. zehn Gastwissenschaftler:innen, drei außerplanmäßige Professor:innen, zwei Privatdozent:innen, eine Habilitandin und eine Reihe von Doktorand:innen aufgeführt. Die drei genannten Honorarprofessor:innen sind: eine Evolutionsforscherin aus dem Umfeld Max Planck / Berliner Wissenschaftskolleg, eine bildende Künstlerin und ein Kunsthistoriker und Konzeptkünstler.“ Wer dort nicht genannt werde, sei Richard David Precht, schrieb Zorn. Die Sucheingabe verrate, dass seine Seite dort irgendwann verlinkt worden sei, dass er aber in der aktuellen Version vom 31. März 2022 fehle. Der Link, den Zorn als Beleg anführte, lautet: https://www.leuphana.de/institute/ipk/personen.html

Abschließend schrieb Zorn: „Ich halte dagegen jetzt nicht meine mehr als zehn Jahre Lehrerfahrung in zwei Fächern oder meine fachwissenschaftlichen Publikationen. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass es einen Unterschied gibt zwischen einem Sachbuchautor, der an einer Uni über seine Sachbücher reden darf – eine Win-Win-Situation: Precht bekommt den Anschein akademischer Legitimität, solange man nicht genauer hinsieht und die Uni ein prominentes Zugpferd – und einem wissenschaftlich publizierenden PostDoc, der sich im Forschungsdiskurs, auf Tagungen und in wissenschaftlichen Zeitschriften beweisen muss. Desgleichen gibt es einen qualitativen Unterschied zwischen einem promovierten Lehrbeauftragten und Wissenschaftlichen Mitarbeiter und einem Publizisten, der Bücher über das schreibt, was er für Philosophie hält.“