Rotimi Fani-Kayode, Selbstportait, Untitled, ca. 1985
Quelle: Autograph, London

BerlinIn ihrem Klassiker feministischer Philosophie „Das andere Geschlecht“ (1949) argumentierte Simone de Beauvoir, Männer erlebten anders als Frauen keinen Widerspruch zwischen ihrem Geschlecht und ihrer „menschlichen Berufung“. In diesem Punkt, kann man heute sagen, lag de Beauvoir falsch. Ähnlich wie Frauen werden auch Männer nicht als solche geboren, sondern zu ihnen gemacht. Dennoch: Ein Umdenken in Sachen Männerbilder steckt bis heute in den Kinderschuhen. 

Am selben Vormittag, da ich mich von Julienne Lorz, Kuratorin des Gropius-Baus, durch die „Masculinities – Liberation through Photography“-Ausstellung führen lasse, tweetet US-Präsident Donald Trump: „Lasst euch nicht vom Virus dominieren.“ Gemeint war natürlich Covid-19. Für Trump ist Krankheit Schwäche. Wer sie besiegt, ist stark, ein echter Kerl. Viel lässt sich daran ablesen. Die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Männlichkeit, gleich ob toxischer oder normaler, ist überfällig.

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