Tilda Swinton und der Regisseur Almodóvar auf dem roten Teppich von Venedig. Er inszenierte mit ihr das Kammerspiel „The human voice“ („Die menschliche Stimme“).
Foto: AP/Domenico Stinellis

Venedig - Die unverkennbaren Augen von Sophia Loren, die am 20. September ihren 85. Geburtstag feiert, sind in Venedig derzeit allgegenwärtig. Auf Plakaten werben sie für eine Ausstellung, die Direktor Alberto Barbera persönlich aus den Biennale-Archiven kuratiert hat: Porträts von Diven aus 77 Festivalausgaben. Da darf auch Anna Magnani nicht fehlen, die hier 1948 in Roberto Rossellinis „Amore“ einen großen Auftritt hatte. Nach einer Vorlage von Jean Cocteau bestritt sie die erste Hälfte allein mit einem Telefonhörer.

Nun hat Pedro Almodóvar den Klassiker mit Tilda Swinton neu aufgenommen – und dabei die Rolle der verlassenen Geliebten aus ihrer Passivität befreit. Er hat das Stück ins Heute verlegt und lässt sich Zeit, bis der ersehnte Anruf des Verflossenen zum ersten Mal am Handy summt. Lieber schickt er die tragische Heldin zunächst los, sich eine Axt zu kaufen. Almodóvar ist ein Meister grandioser Filmsets – was hier nicht nur für die farbenprächtig ausgestattete Wohnung des Ex-Paares gilt, sondern bereits für das imponierende Eisenwarengeschäft des Filmanfangs: Nicht nur die Kinos muss man retten vor der Konkurrenz der Streamingdienste, auch die letzten Eisenwarenhandlungen sollte man dringend gegen die Übermacht der Baumärkte verteidigen.

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