Der Fall

Die Rostocker Ermittler rollten einen alten Fall auf. Noch zu DDR-Zeiten war Janina ermordet worden, der Hauptverdächtige Guido Wachs (Peter Trabner) wurde damals freigesprochen. Aufgrund eines neuen DNA-Tests stellte sich heraus, dass der Familienvater doch der Mörder war. Doch einen Freigesprochenen wegen derselben Tat erneut anzuklagen, ist äußerst schwierig. Deshalb suchten Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Sascha Bukow (Charly Hübner) nach weiteren Opfern.

Die Lösung

Thema das Falls war nicht die Suche nach dem Täter, sondern vielmehr die Frage, ob es gelingen würde, Wachs einer gerechten Strafe zuzuführen. Zunächst sah es so aus, als würde es den Kommissaren gelingen, ein weiteres Opfer zu ermitteln. Doch die Spur führte ins Leere. Schließlich manipulierte Katrin König die Ermittlungsergebnisse so, dass Wachs für einen Mord angeklagt wurde, den er nicht begangen hatte.

Die Ermittler

Die Stimmung zwischen den beiden Rostockern war auch schon mal besser. Weil Bukow für seine Kollegin eine Falschaussage gemacht hatte, musste er nun per Gerichtsbeschluss ein Bußgeld zahlen. Auf eine Entschuldigung wartete er allerdings vergeblich. Stand bei den beiden in jüngster Zeit eher die Frage im Raum, ob da nicht vielleicht doch was laufen wird, gingen sie nun sehr auf Distanz. Der Frust sitzt tief. Das Konfliktpotential für künftige Fälle ist also hoch.

Fazit

Was passiert, wenn Recht und Rechtsempfinden nicht zusammen passen? Für die Rostocker Ermittler – und für die Zuschauer – war es schwer zu ertragen, dass Wachs nun als unbehelligter Familienvater leben durfte, obwohl sie ihm nachweisen konnten, dass er Janina getötet hatte. Aber darf man deshalb Ermittlungsunterlagen manipulieren? Mit dieser Thematik war der „Polizeiruf“ der perfekte Einstieg in die ARD-Themenwoche „Gerechtigkeit“.

„Für Janina“ (Buch: Eoin Moore und Anika Wangard) verzichtete weitgehend auf klassische Krimielemente und warf stattdessen die Frage auf, was passiert, wenn Recht und Gerechtigkeit nicht Hand in Hand gehen. Autor Moore, der auch Regie führte, konnte sich dabei auf seine starken Darsteller verlassen. Ärgerlich war hingegen, dass ein Sonntagabend-Krimi natürlich niemals genau darstellen kann, wie Polizeiarbeit funktioniert, aber die Art und Weise, wie sich die Ermittler etwa die DNA-Probe besorgten, war so absurd, dass es der Geschichte viel Wucht nahm. Dennoch ein Fall, der nachdenklich machte.