Im „Polizeiruf 110 – Der Ort, von dem die Wolken kommen“ ging es am Sonntagabend um einen misshandelten Jungen und unkonventionelle Ermittlungsmethoden einer neuen Kommissarin.

Der Fall

Ein verwahrloster Junge, der kaum spricht, wird von den Polizisten Maurer (Andreas Bittl) und Cem (Cem Lukas Yeginer) aufgegriffen. Polizeioberkommissarin Elisabeth Eyckhoff (Verena Altenberger) wird mit dem Fall betraut und findet als Erste einen Zugang zu dem Jungen, der sich „Polou“ nennt. Bei der Untersuchung im Krankenhaus stellt sich heraus, dass er Wunden und Anzeichen von Misshandlungen aufweist. Er erzählt Elisabeth, dass er auf der Flucht vor dem „Wolf“ ist und es entsteht der Verdacht, dass noch mehr Kinder festgehalten werden.

Die Auflösung

Der Schlüssel zur Auflösung ist eine Hypnose. Polou und die Kommissarin werden in einen hypnotischen Zustand versetzt, damit die Ermittler herausfinden können, wo die Kinder festgehalten werden. Nach dem zweiten Versuch kann der Ort ausfindig gemacht werden, der Peiniger festgenommen und zwei von drei Kindern lebendig gerettet werden. 

Der Täter ist der Vater der Kinder, der vor Jahren seinen Tod vorgetäuscht hat. Die mysteriöse Frau im Pelzoutfit hat versucht den Jungen im Auftrag des Vaters wieder zurückzubringen. Als sie im Autoradio hört, dass die Kinder gefunden und der Täter gefasst wurde, erschießt sie sich. Der Peiniger sprengt sich in die Luft. Polou ist durch die zweite Hypnose in ein Koma gefallen und es bleibt unklar, ob er jemals wieder aufwacht.

Die Kommissarin und ihr Team

Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff gibt in dieser Folge in München ihr Debut als Kommissarin. Zur Seite stehen ihr Kollege Wolfgang Maurer (Andreas Bittl) und ihr Halbbruder Cem (Cem Lukas Yeginer). Die Harmonie zwischen den Kollegen lässt sich erahnen, wenn Bessie dem Jungen das Team mit den Worten vorstellt: „Das ist der Wolfi, der Wolfi hat viel Freude am Durst. Und das ist der Cem. Der Cem liebt süßes so sehr, dass es am Ende bitter für ihn wird.“

Mit ihrem Halbbruder wohnt Elisabeth zusammen in einer WG und sie ziehen sich gerne gegenseitig auf. Zu ihrem Kollegen „Wolfi“ ist sie sehr kollegial und versucht seinen Fehler bei den laufenden Ermittlungen so gut es geht zu decken und auszubügeln.

Die besten Sprüche vom Streifenhörnchen

Elisabeth Eyckhoff beweist ihren trockenen Humor erneut, wenn sie auf die Frage, warum genau sie die Untersuchung als Streifenpolizistin leitet nüchtern antwortet: „Vor allem bin ich im höheren Dienst. Und wenn in dem Fachdezernat Not am Mann ist, dann können die so Streifenhörnchen wie mich einsetzen.“ In solchen Momenten wirkt die Kommissarin aufgelockerter und zeigt Selbstironie und Humor.

Wenn sie mit Polou spricht zeigt sie ihre einfühlsame Seite, wenn sie mit anderen außer ihren Kollegen spricht wirkt sie eher distanziert. So ergänzt sie, passend zu dem ersten Eindruck den man von ihr gewinnt, auf eine Unterhaltung über die Lieblingskuscheltiere als Kind nur sachlich, aber stets höflich: „Tschuldigung, das ist mir jetzt zu privat.“

Fazit

Es ist der erste Fall für Elisabeth Eyckhoff im Münchner Polizeiruf 110. Der Zuschauer lernt die neue Kommissarin als einfühlsam kennen, die fast buchstäblich im Kopf des Opfers ist, um den Fall zu lösen. Ihre ungewohnte Ermittlungsmethode setzen Regisseur Florian Schwarz und Kameramann Julian Krubasik gekonnt und spannend in Szene. Die Hypnose rettet zwei Kinder und der Täter wird gefasst. Die Methode ist mit Sicherheit nicht für jeden Krimi-Fan etwas, aber Verena Altennbergers Darstellung der neuen Kommissarin macht Lust auf mehr.