Köln - In Rostock gehen die Frauenmörder um. Nachdem Alexander Bukow (Charly Hübner) und Katrin König (Anneke Kim Sarnau) im vergangenen Herbst einen Serienkiller jagen mussten, bei dem die Justiz an ihre Grenzen stieß und die Kommissarin Beweise fälschte, um den Täter hinter Gitter zu bringen, müssen sie es in ihrem neuen Fall „Dunker Zwilling“ gleich mit einem Serienmörder aufnehmen.

Als die Leiche einer jugendlichen Ausreißerin gefunden wird, sind die Parallelen zu 15 Jahre zurückliegenden, nie geklärten Morden offensichtlich. Die Leichen wurden entstellt, ihnen wurden Körperteile entnommen. Neben den Toten waren damals und sind bei dem aktuellen Fall fein säuberlich die Schuhe der Opfer aufgereiht. Als kurze Zeit später eine dänische Touristin ermordet aufgefunden wird, deren Leichen ebenfalls so drapiert wurde, ist klar, dass der Täter erneut zugeschlagen hat.

Zwei Verdächtige schnell im Visier

Relativ schnell legen sich die Ermittler auf zwei Verdächtige fest. Da ist zum einen der Umzugsunternehmer Kern (Simon Schwarz), der schon damals befragt worden war. Beweise finden die Polizisten bei ihm nicht, doch der Zuschauer weiß, dass seine eigene jugendliche Tochter Marla (Emilia Nöth) den Vater überrascht hatte, als der gerade den blutigen Innenraum seines Autos säuberte. Er habe einen Hund angefahren, lautet dessen Erklärung. Purer Zufall oder eine Lüge? Marla zweifelt.

Und dann ist da noch der 40 Jahre alte Dauerstudent Jan Hansen (Alexander Beyer), dessen 25 Jahre ältere Ehefrau Elke (Angela Winkler) sich bei der Polizei meldet und sich überzeugt zeigt, dass ihr Mann der Täter ist.

Emilia Nöth spielt beeindruckende Rolle

„Dunkler Zwilling“ (Buch und Regie: Damir Lukacevic) nähert sich der Geschichte vor allem über Kerns Tochter Marla, die zunehmend an ihrem Vater zweifelt. Emilia Nöth spielt diese erste große Rolle wirklich sehr beeindruckend. Und auch das Zusammenspiel von Bukow und König, die seit Königs Manipulationen ein ziemlich gestörtes Verhältnis haben, ist durchaus reizvoll.

Schade ist allerdings, dass der Film dem Zuschauer die Hinweise auf den Täter aufgrund seiner Bildschnitte auf dem Silbertablett serviert – und das am Ende auch so aufgeht. Hier hätte es sich gelohnt, mit Krimi- Konventionen und –Sehgewohnheiten zu brechen. Nach dem Hokuspokus im Stuttgarter „Tatort“ in der vergangenen Woche aber dennoch wieder ein in weiten Teilen guter Krimi.