Der Mann ist am Ende. Zusammengesackt lehnt er am Bühnenportal, und der Alkohol im Blut beginnt zu singen: „Glou glou!“ Treten die Stimmen ins Licht, scheinen sie Menschen zu gehören, aber wie kann man sich da sicher sein?

„Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach ist die eigenartigste Oper des 19. Jahrhunderts, in ihrer episodenhaften, von einer Rahmenhandlung zusammengefassten Struktur ebenso kühn modern wie in der Zerfaserung ihres passiven Titelhelden. Vier Liebschaften beuteln ihn nacheinander, ein Hohn auf die dominierende, bürgerliche Nur-du-allein-Ideologie in der Oper seiner Zeit. Zugleich gehört „Hoffmanns Erzählungen“ zu jenen Stücken, die Musik, vor allem den Gesang selbst thematisieren wie Monteverdis „L’Orfeo“, Mozarts „Zauberflöte“ oder Wagners „Tannhäuser“ und „Meistersinger“. Die Unterwelt, in die Hoffmann absteigt, ist nicht der Hades, sondern die eigene Fantasie.

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