Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU).
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BerlinNach Informationen der Berliner Zeitung hat der Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Mittwoch beschlossen, für deren Reform eine neue Kommission einzusetzen. Sie soll aus der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, dessen Stellvertreter Gero Dinter, sowie vier Kulturministern der Länder bestehen. Bei ihren Gesprächen ziehen diese jeweils einen Direktor, eine Direktorin der jeweils behandelten Institutionen Staatsbibliothek, Staatliche Museen, Geheimes Staatsarchiv oder Ibero-Amerikanisches Institut oder deren Unterabteilungen hinzu.

Informell festgelegt seien die Kultursenatoren von Berlin als dem Sitzland der Stiftung und Hamburg, das über Altona direkt am preußischen Erbe beteiligt ist, sowie die Kulturminister von Nordrhein-Westfalen als dem größten Beitragsland zum Stiftungsetat und Sachsen-Anhalt als Vertreter der ostdeutschen Preußen-Nachfolger. Ausdrücklich habe, wurde der Berliner Zeitung mitgeteilt, Monika Grütters darauf bestanden, dass in der Kommission nicht wie im Stiftungsrat üblich Staatssekretäre oder andere Vertreter der Kulturminister säßen.

Die 16 Länder und der Bund einigten sich auf diese Kommission nach offenbar heftiger und langer, bis in den Abend reichender Debatte über das Evaluationspapier des Wissenschaftsrats, das im Juli vorgelegt worden war und empfahl, die als „dysfunktional“ bezeichnete Stiftung aufzulösen. Ihre Einzelinstitutionen sollten danach unter die Aufsicht des Bundes, also derzeit von Monika Grütters, gestellt werden. Die Staatlichen Museen, denen explizit mangelnde Wirksamkeit attestiert wurde, sollten diesem Papier nach in eine neue Stiftung übergehen, die vom Land Berlin und dem Bund gemeinsam getragen wird.

Dezidiert hatte der Wissenschaftsrat moniert, dass die Stiftung durch zu viele Gremien in ihrer Arbeit blockiert werde, mehr Einfluss der Fachleute, mehr Autonomie und Selbstständigkeit für die Institutionen angemahnt und indirekt den starken Einfluss der Politiker kritisiert. Das neue Gremium aus fünf Politikern, der Stiftungsspitze und einer direkt mit den Sammlungen beschäftigten Person wird eine eigene „Geschäftsstelle“ erhalten, um die Arbeit zu koordinieren.