Prinz Harry, 36, und Herzogin Meghan, 39, hatten erst kürzlich angekündigt, dass sie sich bei einer guten Freundin, der Talkmasterin Oprah Winfrey, 67, fernsehöffentlich über ihr neues Leben in Los Angeles auslassen wollen, über ihren Rückzug von allen royalen Verpflichtungen im britischen Königshaus, über den sogenannten Megxit also, auch über ihre Gründe, die einerseits mit den gefühllosen Palastroutinen und anderseits mit dem aggressiven Boulevard zu tun haben. Das schien nichts Gutes für die Queen zu verheißen, denn ihre ohnehin schon mit allerlei Problemen belasteten „Firma“ würde auf diese Weise mit weiteren Unheilsbotschaften zu tun bekommen.

Prinz Harry und James Corden: witzelnde Männer auf Tour

Nun hat Prinz Harry allerdings einen kleinen Vorgeschmack auf die postroyale Trash-Offensive gegeben: Er traf sich mit dem Showmaster und Langzeit-Kumpel James Corden, 42, zu einem ausführlichen Gespräch. Die Ausgabe der „Late Late Show“ bot dann auch ein launiges Potpourri, gackernd und witzelnd drehten die beiden Männer bei schönstem Sonnenschein mit einem oben offenen Sightseeing-Bus ihre Runden in Los Angeles. Von einer feinen Tee-Runde (sehr britisch) auf dem Sonnendeck des wackligen Touristen-Gefährts bis hin zu einem Hausbesuch in der „Prinz von Bel Air“-Villa (jetzt mit echtem Prinzen) führte Corden seinen Gast durch die Stadt.

Dem Royal gefiel die extravagante Tour und er kam ins Plaudern. Er sprach über seinen emotional zermürbenden Rückzug. „Es war nie ein Weglaufen. Es war eher ein Zurücktreten als ein Abtreten. Es war ein sehr schwieriges Umfeld, wie sehr viele Leute gesehen haben.“ Gemeint war offenbar der Dauerbeschuss durch den Boulevard, etwas, was Harry nicht länger hinnehmen wollte: „Es zerstörte meine mentale Gesundheit. Ich dachte: ,Das ist Gift’, und tat das, was jeder Ehemann oder Vater tun würde.“ Er wollte, mit anderen Worten, seine wachsende Familie beschützen. Harry und Meghan residieren mittlerweile in Santa Barbara – sie erwarten ihr zweites Kind.

Vollkommen unberührt von der Frage, ob er trotz seiner Trennung vom Königshaus nicht immer noch von seinem royalen Nimbus profitiere und er sein karitatives Engagement, sein Charity-Business, nicht vor allem über seine Herkunft definiere, sprach Harry davon, dass sich auch nach dem Ortswechsel sein Leben nicht groß geändert habe: „Es ist eine Fortführung dessen, was wir in Großbritannien getan haben … Ich werde immer meinen Beitrag leisten. Mein Leben dreht sich um den öffentlichen Dienst, also wo immer ich in der Welt bin, wird es dasselbe sein.“ Das Paradox, diesen „öffentlichen Dienst“ als selbst erklärte Privatperson leisten zu wollen, löste er allerdings nicht auf.

Ein Waffeleisen von der Queen zu Weihnachten

Diese Unbekümmertheit zog sich auch durch die weitere Tour. Harry verriet, dass er noch nie in einem Touristenbus gefahren ist, weil ihm das „als Royal nie erlaubt gewesen“ sei – ein Seitenhieb auf das gestrenge Palastprotokoll. Er erzählte, dass ihn Meghan mit dem Kosenamen „Has“ (Harry Sussex) rufe und das erste Wort seines Sohnes Archie „Krokodil“ gewesen sei. Auch für die Netflix-Serie „The Crown“ fand Harry noch lobende Worte: Die Darstellung der britischen Königsfamilie entspreche zwar nicht genau der Realität, sie ermögliche aber besser als die Zeitungsartikel über seine Familie eine grobe Vorstellung von Alltag im Königshaus und dem Druck der royalen Verpflichtungen.

Harry sprach sich übrigens dafür aus, dass ihn der britische Schauspieler Damian Lewis in künftigen Staffeln der Serie verkörpert. Und ja, jetzt wissen wir auch, dass Königin Elizabeth ihrem Urenkel Archie zu Weihnachten ein Waffeleisen geschenkt hat. Ob man in London auf die Art von Neuigkeiten gewartet hat? Das britische Staatsoberhaupt versuchte sich gerade wieder einmal in einer ziemlich royal-würdigen Rolle und warb am Donnerstag beherzt für die Corona-Impfung in England. Für das unbekümmert-sonnige Charity-Bel-Air-Gedöns dürfte sie dagegen weniger übrig haben. Apropos, Prinz Harry ging in der „Bel Air“-Villa dann auch noch mit Kamerabegleitung auf Toilette.

Ein weiteres „intimes“ Interview mit Harry und Meghan

Der Moderator und Kumpel James Corden ließ es feixend geschehen, besser hätte es für ihn nicht kommen können. Dass der für seine „Carpool Karaoke“ berühmte Corden den Prinzen dann noch etwas den Titelsong aus dem „Bel Air“-Film rappen ließ, versteht sich von selbst. Das gemeinsame Schlammbad auf einem Militärparcours rundete die Tour schließlich ab … In gut einer Woche wollen sich Harry und Meghan erneut im US-Fernsehen äußern – bei Oprah Winfrey. Für den 7. März hat das Paar ein „intimes“ Interview mit der Star-Moderatorin angekündigt. Das postroyale Unterhaltungsprogramm geht weiter.