Berlin - Der erste Gedanke war: großartige Entscheidung. Die französischen Architekten Anne Lacaton und Jean-Philippe Vasall erhalten den Pritzker-Preis, vor allem für ihre, man kann es kaum anders sagen, revolutionären Wohnungsbauprojekte, für ihre Vorstellung, dass die teuerste aller Künste, das Bauen nämlich, auch die sozialste aller Künste sein sollte, für ihren jahrzehntelangen Kampf, eine Kultur des Weiterbauens zu entwickeln, das teure und unökologische Abreißen schlichtweg überflüssig zu machen.

Noch nie erhielt den mit 100.000 Dollar zwar eher bescheiden dotierten, aber als Nobelpreis der Architektur geltenden Pritzker-Preis ein Büro, das sich nicht mit Neubauten, sondern durch den Umgang mit dem Bestand einen Namen gemacht hat. Auch sind von bisher 44 Preisen erst vier an Teams gegangen, herrschte der Kult um den genialen Einzelentwerfer. Und Anne Lacaton ist erst die sechste Frau, die ihn erhält. Diese Auszeichnung ist also in vieler Hinsicht außergewöhnlich.

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