Auch wenn es um Nudeln geht, möchten wir die Leserschaft bitten, die nachfolgenden Zeilen bitten nicht als Beitrag des Food-Ressorts zu verstehen, sondern als Kapitalismuskritik. Wir fassen dennoch kurz zusammen, was man braucht, um Pasta al dente zu kochen. Nicht schwierig, aber Fehler sind möglich. Wichtig ist, dass man genügend Wasser verwendet, ungefähr einen Liter auf 100 Gramm. Sobald es blubbert, hinein mit der Teigware, und den Küchenwecker auf eine Minute weniger als auf der Tüte angegeben einstellen. Bitte keinen Deckel auf den Topf und die Hitze nicht reduzieren. Das Wasser soll frei sprudeln und die Nudeln in Bewegung halten. Was vergessen? Ja, das Salz. Man nehme mindestens 10-20 Gramm, also ein bis zwei Teelöffel, für einen Liter. Ich schmeiße für eine 500-Gramm-Packung immer eine kleine Handvoll ins Wasser (ja, fünf Liter, gut aufgepasst, vier reichen auch).  

Wo lässt sich hier noch Profit rausschlagen, zumal der Markt längst mit überteuerten Chichi-Nudelsorten gesättigt ist? Einer weiß es: Der bekannte Fernsehkoch und Unternehmer Alfons Schuhbeck (der laut Medienberichten wegen ausgebliebenen Corona-Hilfen im Sommer Insolvenz anmelden musste, was wir hier aber beiseite lassen) ist längst zur Marke geworden. Mit seinem Gesicht und seinem Namen lassen sich Produkte aufwerten und entsprechend teurer verkaufen. Nudelwassersalz zum Beispiel. 

Ein Kilogramm, also genug für mindestens zehn 500-Gramm-Packungen Nudeln, kostet 9,80 Euro – und kommt pro Portion mithin teurer als die Nudeln selbst, wenn man die günstigen (und völlig okayen) aus dem Supermarkt verwendet. Das Produkt, das sie hier bestellen können, heißt „Schubecks Nudelwasser Gewürzsalz“ und enthält neben Salz ein paar von Schuhbecks Lieblingsgewürzen, die eher nach Thai-Bowl klingen: Kardamon, Knoblauch, Ingwer, Fenchel – und dazu Kurkuma, damit die Nudeln eine kräftige goldgelbe Farbe annehmen. Aber wer wird denn Nudeln färben, wenn er welche aus purem Gold haben kann?