In der Abgeschiedenheit eines toskanischen Gartens lässt sich eine Quarantäne aushalten. Boccaccios „Decamerone“, gemalt von John William Waterhouse im Jahr 1916. 
Abbildung: National Museums Liverpool

DECAMERONE - Im Garten der Liebe, fern dem Tod

Wer von den Lesern bedauernswerterweise kein Landhaus in den toskanischen Hügeln rund um Florenz sein eigen nennt, mit einem schattigen Garten hinter dichten Hecken, wer vielleicht zufällig auch nicht gehobenen Standes und exquisiter Bildung ist, wer sich womöglich nicht mehr zu den Jüngsten zählen kann, ohne verspottet zu werden, wessen Libido und Sehnsucht nach dem Mittelmeer gleichwohl nicht erloschen sind, wer auch keine aristokratischen Freunde, vor allem Freundinnen hat, die vom Schmelz der Jugend umflossen sind, zu leben und zu scherzen wissen, und wen bei allen genannten Entbehrungen eine Epidemie in die Quarantäne zwingt, während er sich in irgendwelchen nordosteuropäischen Sumpfgegenden, zum Beispiel in einer Stadt wie Berlin aufhält, der kann all dies dennoch haben, indem er Giovanni Boccaccios Novellenzyklus „Decamerone“ zur Hand nimmt.

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