Berlin - In Berlin tobt ein Kulturkampf. Auf der einen Seite da steht der Begriff queer, all jene, die sich sowohl dem Hetero- und Homonormativen aus auch der Dualität der Geschlechter verweigern. Auf der anderen da stehen die alten weißen schwulen Männer. Elmar Kraushaar erklärt, worum es in dem Kampf geht, der sich in der Hauptstadt zuträgt. 
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Es rumort in der Gemeinde der Lesben und Schwulen und allen angeschlossenen Gruppierungen, die sich widerständig zur herrschenden Heterosexualität definieren. Ganz nach Perspektive geht es Alt gegen Jung, Frauen gegen Männer, queer gegen schwul. Vor allem queer gegen schwul. Beide Adjektive standen sich dereinst sehr nahe, schließlich wurden sie von der jeweiligen Mehrheitsgesellschaft eingesetzt, um homosexuelle Menschen zu beschimpfen und zu beleidigen. Und beide wurden dann von den Verachteten umgewidmet zur stolzen Selbstbehauptung, ohne böses Gift.