Rafik Schami, 74, hat sich als brillanter, als genauer und auch witziger Beobachter deutscher Lebenswirklichkeiten einen Namen gemacht. Kritiker schätzen den pointierten Blick des Schriftstellers auf unseren Alltag, in dem er nun seit fast 50 Jahren lebt – Shami wurde 1946 in Damaskus (Syrien) geboren, kam 1971 nach Deutschland und promovierte 1979 in Heidelberg in Chemie. Zurzeit sitzt der Mann allerdings zu Hause, eigentlich hätte er auf Lesereise sein wollen, um seinen neuen Roman „Die geheime Mission des Kardinals“ vorzustellen, aber im März musste er seine Tour coronabedingt absagen. „Schweren Herzens“, wie er jetzt der Deutschen Presseagentur verriet. Schami macht das Beste aus seiner Zwangslage und ansonsten das, was er am besten kann – beobachten.

Rechtsradikale auf „Querdenken“-Demonstrationen

So habe ihn die umstrittene „Querdenken“-Demonstration in Leipzig Anfang November entsetzt. Schami sieht in den Reihen der Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen in Deutschland auch Rechtsradikale, „die auf Kosten der Sicherheit ihres Volkes billig punkten wollen“. Schami, der Thomas Manns „Buddenbrooks“ einst mit der Hand abschrieb, um sein Deutsch zu verbessern, rät den Deutschen zu mehr Selbstdisziplin, sie sei ein „moralischer Impfstoff“ und helfe gegen die Pandemie. Denn: „Je disziplinierter wir sind, umso schneller kehren wir zur Normalität zurück.“

Ansonsten gibt sich der Mann milde, er habe die Deutschen in den vergangenen Monaten wegen ihrer Besonnenheit schätzen gelernt. Dass sie tonnenweise Klopapier gekauft, haufenweise Nudeln gegessen und jede Menge Mehl gesammelt haben, ändert daran nichts: „Über das Klopapier der Deutschen, die Kondome der Franzosen und den Rotwein der Italiener gibt es genug Witze.“ Überraschungen habe er in dieser Richtung also nicht erlebt. „Es gibt vernünftige, idiotische, vorsichtige und leichtsinnige Deutsche wie bei Franzosen, Italienern oder Arabern auch.“

Lana Del Rey, 35, hat Kritik an einer von ihr getragenen Schutzmaske zurückgewiesen. Anfang Oktober hatte die Sängerin ein Video veröffentlicht, das sie bei einer Autogrammstunde zur Veröffentlichung ihres neuen Buchs zeigt. Dort trug sie eine glitzernde grobmaschige Netzmaske, unter der ihr Gesicht zu erkennen war – und die bei der drängelvollen Veranstaltung gewiss keinen Schutz bot. So sah es wenigstens aus. Del Reys offenbar nicht pandemiegeeignetes Fashion-Statement führte jedenfalls zu heftiger Kritik, man warf der Frau im netztypischen Empörungsfuror vor, das Leben ihrer Fans zu riskieren … Vollkommen zu Recht! Oder doch nicht?

Denn jetzt verteidigte Del Rey auf Twitter den extravaganten Mund-Nasen-Schutz mit diesem Hinweis: „Die Maske hatte Plastik auf der Innenseite.“ Dazu verwies sie noch auf einen Artikel zu der Masken-Kontroverse und versicherte, wie gleichgültig ihr der ganze Aufruhr sei. Wie auch immer, nicht alle ihre Fans schien die Klarstellung zu überzeugen: Warum kommt sie sie erst jetzt, wenn doch die Netzmaske klar beabsichtigt den Anschein der Durchlässigkeit erzeugen sollte?