Bald wiedervereint in Berlin: Rage Against The Machine. 
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Berlin/München - Ein Wochenende, an dem bis zu 60 Rockbands und Solokünstler an einem Ort aufspielen: Das Lollapalooza-Festival, das ursprünglich aus den USA kommt, gehört seit 2015 zu einer der größten Freiluftkonzert-Veranstaltungen in Berlin, die allein 2019 bis zu 85.000 Fans anlockte. In diesem Jahr wird es am 5. und 6. September zum dritten Mal auf dem Gelände des Olympiastadions und des Olympiaparks stattfinden. Doch die Organisatoren halten in der Zukunft mittlerweile nicht nur an Berlin als einzigem Veranstaltungsort fest. Lollapalooza zieht es nach Bayern.

Lollapalooza-Ableger „Superbloom“ zieht es nach Bayern

Erstmals wird es 2020 in München einen Ableger des berühmten Festivals geben. Unter dem Namen „Superbloom“, der eigentlich aus Kalifornien stammt und dafür steht, wenn im Death Valley nach einem gewaltigen Regen plötzlich wilde Blumen aus dem Wüstenboden   sprießen. Der neue Rockfestivalspross der Lollapalooza-Veranstalter soll auf dem Gelände des Olympiaparks der bayerischen Landeshauptstadt wachsen und gedeihen.

Die Verhandlungen dafür begannen im vergangenen Herbst. Der Vertrag ist inzwischen mit den Berlinern   unterschrieben worden, teilte die Olympiapark München GmbH der Berliner Zeitung mit. „Das Superbloom-Festival wird keine einmalige Veranstaltung sein. Sie ist laut Vertrag auf fünf Jahre angelegt“, sagt Sprecher Tobias Kohler.

Denn der Berliner Veranstalter will mit Superbloom ein zweitägiges Musik- und Kulturfestival im Münchner Olympiapark auf längere Zeit etablieren. Ähnlich wie bei Lollapalooza würden auf drei bis vier Bühnen Rockbands spielen. Dazu seien Theatervorstellungen, Kunstaktionen, Workshops und Lesungen geplant. Man rechne mit bis zu 45.000 Besuchern. Es gibt auch schon einen Termin. Das Superbloom-Festival findet zeitgleich mit dem Berliner Lollapalooza am 5. und 6. September statt .

Veranstalter sieht keine Konkurrenz zu Berlin

Es stellt sich die Frage, ob sich der Veranstalter mit dem Münchener Rockspektakel nicht eine hauseigene Konkurrenz zu Berlin schaffe, die Besucher von der Hauptstadt weglocken würde. Lollapalooza-Sprecher Tommy Nick verneint dies. „München hat ein ganz anderes Einzugsgebiet als Berlin“, sagte er dieser Zeitung. Außerdem würden bei Lollapalooza ganz andere Bands als bei Superbloom auftreten.

Nick verweist auf ähnliche Zwillingsfestivals, die seit Jahren in Deutschland erfolgreich liefen und ebenfalls zeitgleich stattfinden. Etwa wie „Rock am Ring“ am Nürburgring in der Eifel und „Rock im Park“ in Nürnberg, die dieses Jahr vom 5. bis 7. Juni veranstaltet werden. Oder das niedersächsische „Hurricane-Festival“ und dessen Schwesterveranstaltung „Southside“ in Baden-Württemberg, die jeweils vom 20. bis 21. Juni stattfinden. Die Organisatoren dieser Rockevents lassen bei den Festivals und ihren Ablegern die gleichen Künstler auftreten – nur an verschiedenen Tagen.

Befürchtungen, dass sich nun aufgrund des Münchener Projektes   Lollapalooza künftig aus Berlin zurückziehen würde, weist der Veranstalter von sich. „Es wird keinen Wechsel geben“, sagt Sprecher Tommy Nick. Nach dem ehemaligen Flugfeld in Tempelhof, dem Treptower Park und der Galopprennbahn in Hoppegarten „sind wir froh, mit dem Olympiastadion und dem Olympiapark nun seit zwei Jahren einen festen Standort in Berlin gefunden zu haben“. Man würde mit Lollapalooza zehn Festivals im Jahr in Deutschland veranstalten. „Und das in München ist auch nur eines davon. Wir denken, dass es bei solchen Events für uns noch viel Potenzial gibt, etwa in Bayern“, sagt Nick.

Rage Against The Machine Hauptact in Berlin

Während unklar ist, wer in München auftreten wird, steht bereits die erste Band für das diesjährige Lollapalooza-Festival fest. Die US-Musiker von Rage Against The Machine sollen als Hauptact am 6. September spielen. Ihr Auftritt gilt als Sensation, denn die Kultband wagt nach neunjähriger Pause ihr Comeback.

Rage Against The Machine hatte sich 1991 in Los Angeles gegründet. Ihre Markenzeichen: Ein Mix aus Metal, Hip-Hop, Punk, Funk und Alternative Rock mit sozialpolitischen Texten. Im Jahr 2000 löste sich die Band auf. 2007 vereinten sich Sänger Zack de la Rocha, Gitarrist Tom Morello, Bassist Tim Commerford und Drummer Brad Wilk wieder und feierten die Reunion mit einer Tour. Zuletzt trat die Band in Originalbesetzung 2011 in Los Angeles auf.

Am Montag hatten die Musiker im Internet mitgeteilt, dass sie eine Welttournee planen. Ihre „Run The Jewels“-Tour soll am 26. März in Texas starten. Der Auftritt bei Lollapalooza wird das einzige Konzert in Deutschland sein.