Der ehemalige RBB-Radiomoderator Ken Jebsen hat sich vor allem in diesem Jahr ein paar neue Fans ergattert. Auf Montagsdemonstrationen vor dem Brandenburger Tor trat er als gern gesehener Redner auf, der sich gegen Krieg und Kapitalismus ausspricht und gleichzeitig gegen Presse und Fernsehen hetzt. Bei RBB wurde er 2011 wegen verschwörungstheoretischer und antisemitischer Äußerungen gefeuert, auf den Demos war er hingegen der große Star.

Nun kann der 48-Jährige zwar gut austeilen, aber offenbar nicht gut einstecken. Wegen einer Textpassage in dem Song „Beate Zschäpe hört U2“ von der Antilopengang lässt er die Band abmahnen. Die Begründung dafür ist laut seines Anwaltsschreibens unwahre Tatsachenbehauptung und üble Nachrede.

Dabei geht es um folgende Textzeilen:

(...) Sie können sagen was sie wollen, sie sind schlicht Antisemiten

All die Pseudo-Gesellschaftskritiker

Die Elsässer, KenFM-Weltverbesserer

Nichts als Hetzer in deutscher Tradition

Die den Holocaust nicht leugnen, sie deuten ihn um (...)

KenFM ist der Radiosender von Ken Jebsen, in dessen Programm der Moderator seine umstrittenen Weltansichten nach außen trägt.

Die deutschsprachige Rapband Antilopengang hat am Freitag auf ihrer Facebookseite den Brief zur Abmahnung gepostet und schreibt dazu: „Wer sich „Aversion“ noch nicht zugelegt hat, sollte sich lieber beeilen, denn es könnte bald zu spät sein: Der Berliner Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen (spricht u.a. im Zusammenhang mit dem Massenmord vom 11. September 2001 von einer „Terrorlüge“ bzw. vom „warmen Abriss des World Trade Centers“) hat die Anwaltskanzlei „Scheuermann Westerhoff Strittmatter“ damit beauftragt, Teile unseres Liedes „Beate Zschäpe hört U2“ zu verbieten, weil er sich dadurch verunglimpft sieht. Ken Jebsen droht uns durch seine Anwälte mit gerichtlichen Schritten und Schadensersatz, sollten wir das Lied weiter verbreiten.“