BerlinEhrgeiz, Drill und Neid – selbst in den modernen mythischen Erzählungen aus der Tanzwelt wie „Fame“, „Grease“ oder „Dirty Dancing“ tun sich Abgründe auf, aus denen schließlich Schönheit, Eleganz und grenzenlose Biegsamkeit hervorgehen. Ein realistischer Blick auf Tanzkompanien lässt zumindest erahnen, wie viel Disziplin und Selbstbeherrschung nötig ist, um in einer immer noch streng traditionalistisch ausgerichteten Szene zu bestehen.

Wie zunächst der Spiegel berichtet hat, erhebt nun eine Tänzerin des Berliner Staatsballetts schwere Vorwürfe gegen eine Ballettmeisterin der Kompanie. Die schwarze Tänzerin Chloé Lopes Gomes wirft einer Tanzleiterin vor, sie rassistisch beleidigt zu haben. Sie habe rassistische Kommentare zu hören bekommen und sei aufgefordert worden, sich für Aufführungen von „Schwanensee“ weiß zu schminken, sagte die 29-jährige Lopes Gomes dem Spiegel. Das sogenannte „Whitefacing“ ist eine seit langem kritisierte Praxis in den darstellenden Künsten. Im Fall von Lopes Gomes hatten Johannes Öhman und Sasha Waltz die Leitung des Staatsballetts inne, die inzwischen beendet ist. Gegenmaßnahmen seien nach Angaben der Tänzerin nicht ergriffen worden.

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