Es sind seltsame Rituale, die amerikanische Politiker da aufführen, seitdem der Jugendliche Trayvon Martin mit einem Kaugummi bewaffnet von einem freiberuflichen Sicherheitswächter erschossen wurde, weil Martin in einer wohlhabenden weißen Gegend spazieren ging. Obama sagt, Martin hätte sein Sohn sein können, vermeidet aber wieder einmal sorgsam, das Thema Rassismus direkt anzusprechen. Einer seiner republikanischen Gegenspieler, Newt Gingrich, beschuldigt den Präsidenten dennoch, den Fall zu einer Rassenangelegenheit zu machen und somit die Nation zu spalten.

Schwarze Bürgerrechtler wie der einstige Präsidentschaftskandidat Jesse Jackson sind da weniger vorsichtig. Jackson nannte Trayvon Martin Ende der vergangenen Woche einen Messias: Der Jugendliche habe sein Leben gegeben, damit in den USA endlich offen darüber debattiert werden könne, wie rassistisch die amerikanische Gesellschaft noch immer ist, sobald der höfliche Deckmantel der Toleranz gelüftet wird.

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