MagdeburgKünstlerisch betrachtet ist das knapp 22 mal 29 Zentimeter große Aquarell mit einer Ansicht des kleinen Hofbräuhauses in München eher von geringer Bedeutung. Die Gebäude sind etwas zu bunt geraten, Menschen sieht nicht, nur dräuende Wolken und eine vorbeifahrende Kutsche. Ein Allerweltsbild, wäre da nicht sein Schöpfer. Adolf Hitler hat es gemalt, irgendwann in den 20er-Jahren. Heute befindet sich das Bild bei einem Sammler in Texas. Dorthin gelangt ist es aus der DDR: 1975 verkaufte es die Kunst & Antiquitäten GmbH, die zum Firmenreich der von Stasi-Oberst Alexander Schalck-Golodkowski geleiteten Devisenbeschaffungsorganisation Kommerzielle Koordinierung (KoKo) gehörte – für 5000 D-Mark.

Der Historiker und Museumsexperte Jan Scheunemann hat den Weg des Hitler-Bildes  recherchiert. In Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste (DZK) untersuchte er die Rolle der Moritzburg in Halle als zentrales Sammeldepot für Kunst- und Kulturobjekte, die nach 1945 im Zuge der Bodenreform in Schlössern und Gutshäusern beschlagnahmt und abtransportiert wurden. 

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