Die Wahrnehmung von Zeit kann sehr unterschiedlich sein. Das zeigt gerade die Wiederholung der Debatte über den Umgang mit NS-Raubkunst. Auf der einen Seite sind die Erben von Gemälden, Skulpturen oder Zeichnungen, die während des Nationalsozialismus unrechtmäßig beschlagnahmt wurden oder unter existenziellem Zwang veräußert werden mussten. Die einstigen Besitzer, sollten sie den Zweiten Weltkrieg überlebt haben, sind längst gestorben, die Erben oft hochbetagt. Sie wünschen sich einstigen Familienbesitz zurück.

Auf der anderen Seite steht der deutsche Staat, der auch fast siebzig Jahre nach Ende des Krieges keinen Anlass zu Eile sieht, eine gesetzliche Regelung zu schaffen, die eine Rückgabe nicht nur beschleunigt, sondern in manchen Fällen auch erst ermöglichen könnte. Das Land Bayern hat nun einen Vorstoß unternommen und – noch ganz unter dem Eindruck des Schwabinger Kunstfundes bei dem Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt – eine Gesetzesinitiative präsentiert, die die Münchener Landesregierung im Bundesrat einreichen will.

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