Berlin - Dass TV-Sender kurzfristig ihr Programm ändern, ist nicht ungewöhnlich. So rückte der RBB für den Mittwochabend um 22.15 Uhr die Reportage „Afghanistan, mein verwundetes Land“ ins Sendeschema – doch die ursprünglich geplante Sendung hat es in sich. Denn eigentlich sollte sich hier die Dokumentation „Sondervorgang MeToo“ den Vorgängen an der Stasi-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen widmen und dabei der Frage nachgehen, ob der 2018 entlassene Direktor Hubertus Knabe, laut RBB-Annonation ein „unbequemer Mahner gegen die Verklärung der DDR-Vergangenheit“, einer politischen Intrige zum Opfer gefallen sei.

Knabe war vorgeworfen wurden, die jahrelangen sexuellen Übergriffe seines Stellvertreters Helmuth Frauendorfer nicht unterbunden zu haben. Der Stiftungsrat war sich damals einig: Nicht nur Kultursenator Klaus Lederer als Vorsitzender, sondern CDU-Mitglieder wie Monika Grütters und Dieter Dombrowski, Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft, stimmten für die Entlassung. Der umstrittene Historiker bestritt die Vorwürfe, stimmte dann vor Gericht einem Vergleich zu. Ein Untersuchungsausschuss, den die Opposition von CDU und FDP einberufen hatte, legte in dieser Woche seinen Abschlussbericht vor und erklärte, die Entlassung Knabes sei rechtmäßig gewesen.

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