Da steht eine gebrechliche Oma vor einem Brikett-Berg, abgekippt vorm Kellerfenster. Fast ein David-gegen-Goliath-Motiv. Da zeigt ein Punk einem Volkspolizisten den Stinkefinger. Auf dem nächsten Foto knutscht ein Liebespaar. Junge Leute und Familien mit Kindern verlustieren sich auf dem Rummelplatz Plänterwald. Andere Teenager stehen geduldig an, um Karten fürs Rockkonzert zu ergattern. Kichernde Mädchen testen ihre Lippenstifte. Hundehalter gehen mit ihren Kötern im Park Gassi. An der Imbissbude wird getrunken und geklönt. Zwei dicke Alte steigen aufs begehrteste Moped des Ostens, der „Schwalbe“. Parkplätze platzen aus den Nähten vor lauter Trabbi-Blechlawinen. Kinder hüpfen auf dem Trottoire in kreidebunten Himmel-Hölle-Kästchen. In ein Fahnenmeer am 1. Mai fährt der Wind und macht daraus einen Mikado-Haufen. Und in der S-Bahn sitzen Schicht-Arbeiter, die pennen vor Erschöpfung ein. Alltag in Ost-Berlin. Eingefangen von Harald Hauswald, einem Rucksack-Berliner aus Radebeul.

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