Seine Heimatstadt Frankfurt an der Oder hat Christian Bangel wirklich gehasst. Prügelnde Skinheads, die Jagd auf Ausländer, Punks und Langhaarige machten – das war für ihn kein Film, das bestimmte in den 90er-Jahren seine Jugend. Doch nun kommt er mit einem TV-Team zurück und erinnert sich nicht nur an die Orte des Schreckens, an denen er mit dem Messer bedroht wurde, sondern fragt Oberbürgermeister René Wilke, wie der Grenzstadt der Wandel gelungen ist. Längst werden Busse aus Polen nicht mehr mit Steinen empfangen. Als im Sommer die Grenze über die Oder nach der Corona-Schließung wieder geöffnet wurde, herrschte eine freudige Stimmung wie sonst zu Silvester.

Bangel, der mit Anfang 20 seiner Heimatstadt entflohen war und heute in der Redaktion von Zeit Online arbeitet, ist der Initiator des Multimedia-Projektes „Baseballschlägerjahre“. Er hatte zunächst einen Text von Hendrik Bolz verlinkt, der aus Stralsund stammt, beim Duo Zugezogen Maskulin rappt und auf Twitter nach ähnlichen Erfahrungen gefragt hatte. Hunderte Generationsgefährten antworteten, viele zum ersten Mal. Nun haben Zeit-Online und der RBB gemeinsam ein halbes Dutzend Kurzfilme über die Wendegeneration und die rechte Gewalt produziert.

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