Berlin - Die Red Hot Chili Peppers sind die Meister der Wiedergeburt. Persönlich wie musikalisch. Bis auf den 31-jährigen, neu hinzugekommenen Gitarristen Josh Klinghoffer – der den legendären John Frusciante ersetzt –, sind sie allesamt Männer kurz vor der 50. Männer, die ausgiebig Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll genossen haben. Aber auch Männer, die sich heutzutage als Väter um insgesamt acht Kinder bemühen. Männer in beneidenswerter körperlicher Verfassung, die es sich, ohne peinlich zu wirken, immer noch leisten können, halbnackt auf der Bühne zu stehen. Zum Beispiel am Sonntag in der Mehrzweckhalle am Ostbahnhof, wo sie ihr neues Album „I’m With You“ vorstellen werden.

Sänger Anthony Kiedis ist auf alle Fälle zufrieden mit sich, der Band und der neuen Platte. „Ich glaube, wir haben einen guten Job gemacht“, sagt er im Gespräch: „Flea hatte ein paar tolle Ideen für das Album. Eine davon war, ein ganzes Jahr lang nur zu spielen, zu schreiben, zu proben, zu jammen. Ohne Veröffentlichungsdruck zu einer neuen Einheit zu finden. Das hat uns geholfen eine Unmenge guter Songideen zu kreieren.“

„Josh glänzt!“

Spannend an der Besetzung der aktuellen Red Hot Chili Peppers ist natürlich der neue Gitarrist Josh Klinghoffer, der einzig denkbare und gleichzeitig natürliche Ersatz für John Frusciante. Beide Gitarristen sind seit Jahren eng miteinander befreundet, Josh hat auf den meisten Solo-Alben Frusciantes mitgespielt, und die Chili Peppers kennt Klinghoffer seit seinem sechzehnten Lebensjahr, zunächst als Fan, später als Freund, zuletzt bereits als Tour-Gitarrist.

Von daher wischt Schlagzeuger Chad Smith alle Bedenken beiseite, der Druck auf Klinghoffer könne zu groß sein: „Klar gibt es Druck, weil Josh the new kid ist. Aber nicht von uns, nur von außen. Josh ist fantastisch, er ist ein akustischer Architekt, der uns in neue Gefilde führt. Josh glänzt!“