Der Sound: phänomenal! Das Formenspiel: ein Superlativ! Schon die Architektur von Ulrike Draesners Langgedicht „Doggerland“ darf man wohl als einzigartig bezeichnen. Man legt das Buch quer und liest dann von oben nach unten jeweils drei nebeneinander herlaufende Kolumnen. „Wie Stangen einen Gong halten“, erklärt uns die 1962 in München geborene, in Berlin lebende Dichterin in ihrem Geleit, „halten diese beiden vertrauten Lautschienen den zentralen Klangkörper“. Sein Vibrato rührt von einer sehr weit zurückliegenden Periode der Erdgeschichte her, der Mittelsteinzeit. Bevor das titelgebende Gebiet versank, verband es England mit dem Kontinent. Man kann dazu wahrlich ganze Enzyklopädien befragen. Aber wie sich das Leben von Jägern und Sammlern, von Flora und Fauna, angesichts schon damals verheerender klimatischer Herausforderungen angefühlt haben mag, davon können vor allem Literatur, und, wie wir nun bemerken, insbesondere die Lyrik kundgeben.

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