Wer den Roman „Das tote Brügge“ von Georges Rodenbach gelesen hat und der Hauptfigur auf ihren melancholieumflorten Wegen durch die alte, fromme, von Grachten durchzogene Stadt gefolgt ist, und dann am Sonntag die Komische Oper betritt, den wandelt bei den ersten Takten der Oper „Die tote Stadt“ ein ungläubiger Schrecken an: Helles Kling und Klang, brausendes Dur, man wird als Hörer angerissen wie ein Kinogänger wenig später im Film, dessen Musik mit ansatzloser Lebendigkeit und Begeisterung die Anfangstitel begleitet. Sollte der junge Erich Wolfgang Korngold, der mit 19 Jahren die Komposition dieser 1920 uraufgeführten Oper begann, von der Stimmungslage des zugrundeliegenden Romans über einen jungen Witwer wirklich so gar nichts geahnt haben?

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