Der Schriftsteller Robert Seethaler, oft wegen der Lakonie seines Stils gelobt, hier vom Fotografen angeleitet, nur halb zu schauen. 
Foto:  imago/Leemage/Leonardo Cendamo

Gustav von Aschenbach, der Held in Thomas Manns „Tod in Venedig“, stirbt, während er aufs Meer hinaussieht, sich vorstellend, dass der wochenlang umschwärmte Junge ihm voranginge. Es ist, als ob Robert Seethaler diesen Blick aufs Meer in seinem Roman „Der letzte Satz“ auf die Länge eines schmalen Buchs gedehnt hätte. Nur fallen bei Seethaler die Überformungen: Hat man in der Figur des Schriftstellers Gustav von Aschenbach schon früh die Züge Gustav Mahlers entdecken wollen – Visconti verdichtete sie in seiner Verfilmung –, so heißt Seethalers Hauptfigur schlicht Gustav Mahler. Und statt einer Verkörperung Apolls sieht Seethalers Mahler nur ein „überaus merkwürdiges Schimmern am Horizont, das aber, wie ihm der Kapitän versichert hatte, absolut nichts bedeutete“.

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