2500 Menschen kamen zu dem Konzert von Sam Fender.
Foto: PA Wire / Owen Humphreys

Wer schon einmal auf einem Festival oder bei einem Stadionkonzert war, kennt die aufgestellten Zuschauerbühnen aus Metallgerüsten gut: Es sind Plätze in der Menge, die normalerweise für VIPs oder Konzertgänger mit Handicap vorgesehen sind. Meistens bieten sie durch ihre Erhöhung die beste Sicht auf die Bühne, darüber hinaus haben sie häufig auch noch Sitzplätze. Wer schon einmal drei Stunden auf Madonna warten musste oder unter 1,80 Meter groß ist, weiß solche Plätze besonders zu schätzen. 

Die neue Virgin Money Unity Arena im Gosforth Park in Newcastle, England, hat sich diese erhöhten Zuschauerplätze nun als Vorbild für all seine Besucher genommen – um trotz der Corona-Pandemie Konzerte zu veranstalten. 500 Stück sind seit Montag für 2500 Gäste auf der Wiese im Freien platziert, für zwei Meter Abstand zwischen den Zuschauerbühnen ist gesorgt. Jeweils zwei bis fünf Konzertgänger können sich auf eine der Bühnen niederlassen.

Auf Fotos sieht die Platzsituation ganz passabel aus – als säße man in seinem eigenen VIP-Bereich. In den sozialen Netzwerken schreiben erste Besucher, dass sie etwa während der Show von Sam Fender (er spielte Dienstag und Donnerstag) in ihrem Bereich gegessen, getrunken und gelacht haben. Es sei ein ganz anderes Konzerterlebnis – ohne Pogen und Tanzen, dafür mit viel Gemütlichkeit, Freunden und einem großen Star, der sie beschallt. Ob man sich daran gewöhnen könnte?

Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Denn ohne Masken geht es nicht. Wer aufsteht und geht, muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Und wer gerne bei Konzerten in der Menge tanzt oder fotografiert, hat aus der Ferne schlechte Chancen. Aber immerhin ist es eine erste Möglichkeit, Konzerte mit vielen Zuschauern zu veranstalten. In Berlin liegt die Zuschaueranzahl bei allen Konzerten noch weit unter tausend. Das ist wiederum eine Realität, an die man sich ebenfalls nicht gewöhnen möchte.

Die Virgin Money Unity Arena hat vorerst bis Mitte September geöffnet, neben Sam Fender treten auch Bands wie Two Door Cinema Club und The Libertines auf.