Die Zahl hundert besang ich als Kind zusammen mit anderen Kindern. Das Lied erzählte von einem schönen Kind, das Dornröschen hieß und sich in Acht nehmen sollte vor der alten Fee. Die aber kam irgendwie doch zur Tür herein und sprach zu dem Kind: Schlafe hundert Jahre und alle mit dir. Dies geschah augenblicklich.

Und während alles am Hofe schlief, wuchs da eine Hecke riesengroß, riesengroß um das Schloss. Die hundert Jahre gingen wie eine Nacht vorbei. Jemand sagte zu Dornröschen: Wach auf, liebes Kind. Und die da mit ihr ihre Augen öffneten, waren allesamt hundert Jahre älter. Ein Umstand, der mich faszinierte und davon träumen ließ, ich wäre mit Dornröschen eingeschlafen und beim Aufwachen dann zehn mal zehn Jahre älter.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.