Rom - Die Stadt liegt nicht am Meer. Die Küste ist von Rom so viele Seemeilen weit entfernt, dass selbst bei günstigsten Winden keine Seeluftbrise zu vermelden ist. Ich aber rede mir ein, das Meer wäre in dieser Stadt zu Besuch gewesen und heute noch anzutreffen. Ich will die Stadt als wildes, verruchtes Hafennest beschreiben, sage ich mir, und also ist, was ich hier an Material vorfinde, für das Manuskript über Rom von äußerster maritimer Wichtigkeit. 

Und so suche ich brav die Stadt nach Hinweisen ab, fahnde nach Bug, Heck, Boot, Fisch, Anker, Wante, Schäkel, und sehe Segel, Mast, Kogge, Albatros, Steuerrad, Fernrohr, Pirat, Flagge, Totenkopf, wo andere Leute absolut nichts sehen. Ich bin wie ein Stromableser in den Straßen der Stadt unterwegs, tauche in die hintersten Winkel und Sackgassen der Weltstadt ab, um fündig zu werden. Ich führe über meine Entdeckungsgänge exakt Buch, notiere Datum, Fundstelle, Größe, Anzahl und halte auffällige Besonderheiten schriftlich fest.

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