Du, du, du, immer wird hier jemand angesprochen. Die Leserin ist nicht gemeint. Judith Zanders Anrede richtet sich an Johnny, an die schon mit dem Romantitel „Johnny Ohneland“ eingeführte Person. Wobei das zweite Wort nicht für den Nachnamen steht, sondern eine Charakterisierung darstellt wie in den alten Zeiten. Was aber bedeutet dieses „ohne Land“?

Von einer „vaterländischen Fremde“ ist auf einer der ersten Seiten die Rede. „Gegen die Zeit“ reist Johnny dorthin zurück, nämlich aus Australien nach Deutschland. Das kurze Kapitel ist überschrieben mit „2. September“, es wird 300 Seiten später erst mit dem „3. September“ seine Fortsetzung finden. Dazwischen wächst ein Mädchen heran, dem die Eltern den Namen Joana gaben, das sich als Johnny aber viel wohler fühlt. Zander erzählt zunächst vom Aufwachsen in einer Stadt im Nordosten der DDR. Die Titelgestalt ist im August 1980 geboren, im selben Jahr wie die Autorin selbst,  aufgewachsen mit Liedern wie „Unsere Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer“, mit den Pioniergeboten und zeitweiliger Abwesenheit des Vaters, der als Reservist zur Nationalen Volksarmee eingezogen wurde.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.