Eine echte Überraschung gab es am Freitag für die Fans des Berliner Pop-Duos Rosenstolz. Über Nacht hatte dessen eine Hälfte Peter Plate einen neuen Song auf der Facebook-Seite der Band veröffentlicht:  „Wenn es jetzt losgeht“, heißt das Stück. „Holen wir die Zeit auch nie zurück – ich will nach vorne schauen, lass’ uns nach vorne schauen“, singt Anna R. in der Rosenstolz-typischen Midtempo-Klavierballade.

Was in dem Ohrwurm klingt, wie der Text zum Neuanfang nach einer langjährigen Pause, ist auf den zweiten Blick allerdings eher ein Nostalgie-Projekt. „Wenn es jetzt losgeht“ ist nämlich eine alte Aufnahme, die nur noch „nie veröffentlicht wurde“, wie in Plates langer Erklärung auf Facebook zu lesen ist.

„Nach nun so vielen Jahren wurde ich wieder neugierig und habe mich wieder sehr in die Aufnahmen verliebt. Also begannen wir in den letzten zwei Jahren,  an diesem Song zu arbeiten. Es entstand die Idee ein Best-of-Album zu machen, eins das Anna und mir gefällt“, schreibt der 51-Jährige. Was vermuten lässt, dass das erst vor zwei Jahren erschienene Best-of-Album „Das Beste“ eher nicht ihre eigene Idee war.

Am 28. September soll nun die neue Platte kommen und „Lass es Liebe sein – Die schönsten Lieder“ heißen. Der Titel ist nicht nur der Name eines ihrer größten Hits, sondern darf durchaus auch als gegenseitiges Liebesbekenntnis verstanden werden.

Denn Plate und Anna R. hatten Ende 2012 nach 21 Jahren Rosenstolz (und einem Aufstieg von schwulen Underground-Clubs zu Formatradio-Chartstürmern) eine „Pause auf unbestimmte Zeit angekündigt“ und danach in Solo-Projekten weiter gemacht – er als erfolgreicher Songwriter für Stars wie Helene Fischer, sie mit der weniger erfolgreichen Berliner Band Gleis 8. In Fankreisen hatte das zu Spekulationen über eine endgültige Trennung geführt.

Dem Erdbeerkuchen sei Dank

Ein Gerücht, das Plate jetzt dementiert hat: „Anna und ich haben uns damals nicht wirklich zerstritten“, sagte er der Bild-Zeitung. „Zusammen waren wir nur müde.“ Man habe aber irgendwann das Gefühl gehabt, „dass wir mit unserem Gehen damals den Fans gegenüber nicht ganz fair waren“. Also habe er sich ein Herz gefasst und die 48-Jährige angerufen: „Und dann hat sie mich einfach eingeladen, Erdbeerkuchen gebacken und wir waren wieder hier.“

Dass es auf dem neuen Album bis auf vier Stücke nur überarbeitete Versionen und B-Seiten  gibt, ist leider nicht der einzige Wermutstropfen bei dem vermeintlichen Comeback. Denn auch wenn das Video zu „Wenn es jetzt losgeht“ einen Zusammenschnitt der schönsten Konzertszenen zeigt – gemeinsame Liveauftritte seien „erst mal nicht geplant“, so Plate. Die Fans wünschen sich jedenfalls genau das: „Euch wieder zusammen auf der Bühne zu sehen, wäre ein Traum“, kommentierten sie Plates Nachricht auf Facebook. „Nur einmal noch!“