Salma Hayek, 54, verdankt dem Film „Desperado“ (1995) ihren großen Durchbruch in Hollywood – die mexikanische Schauspielerin profitierte von dem in den 90er-Jahren einsetzenden Latin-Boom in den USA. Doch sind ihr die Dreharbeiten zu dem Brutalo-Western des Regisseurs Robert Rodriguez eher in unangenehmer Erinnerung geblieben. „Als wir drehen wollten, fing ich an zu schluchzen“, verriet Hayek jetzt in dem Podcast Armchair Expert. Und das hatte offenbar nichts mit der brutalen, allemal bluttriefenden Handlung zu tun, sondern mit einer Sexszene.

„Die Sexszene wurde vom Studio so verlangt“

Denn bei dieser Szene mit ihrem Kollegen Antonio Banderas, 60, habe sie unentwegt an Vater und Bruder denken müssen. Sie habe gewollt, dass vor allem ihr Vater „nichts als stolz“ auf sie sei. Als Hayek den Film mit der Familie im Kino anschaute, habe sie an der betreffenden Stelle mit allen den Saal verlassen. Als sie die Rolle angenommen habe, sei eine Sexszene mit Banderas nicht im Drehbuch gewesen, so Hayek. „Es wurde vom Studio so verlangt, als sie sahen, dass die Chemie zwischen uns stimmt.“ Sie habe damit große Schwierigkeiten gehabt, dann aber zugestimmt.

Hayek Bedingung war, die Szene nur mit ihr, Banderas, Rodriguez und seiner damaligen Frau, der Produzentin Elizabeth Avellán, in einem geschlossenen Set zu filmen. Weil sie bei den Aufnahmen unentwegt geweint habe, gab es viele Schnitte. Die Tränen seien ihr peinlich gewesen. „Eines der Dinge, vor denen ich Angst hatte, war Antonio, weil er … sehr frei war. Mir machte Angst, dass die Szene für ihn wie nichts war.“ Banderas habe ihr gesagt, er fühle sich schrecklich. Er sei aber ein absoluter Gentleman gewesen, sie seien immer noch gute Freunde.

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Salma Hayek und Antonio Banderas: „Wir sind immer noch gute Freunde.“

Auch Regisseur Rodriguez habe nie Druck auf sie ausgeübt, betont Hayek. Bevor sie in Hollywood anfing zu arbeiten, „habe ich so etwas noch nie gemacht“. Bereits 2020 hatte sie zum 25-jährigen Jubiläum von „Desperado“ der Zeitschrift Elle gesagt, es sei ein Fortschritt, dass Frauen im Film seitdem mehr Entscheidungsfreiheit bei ihren Rollen haben: „Das hat sich erheblich weiterentwickelt, und zwar sehr schnell. In den letzten Jahren besonders.“ Sie fügte aber hinzu: „Ich sage nicht, dass es nichts mehr zu tun gäbe. Wir Frauen sind immer noch unterbezahlt.“

Hayek gehörte in Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein zu den über 90 Frauen, die ihn öffentlich wegen sexueller Übergriffe und Gewalt beschuldigten. Das Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Weinstein hatte im Herbst 2017 die weltweite MeToo-Bewegung gegen sexuelle Gewalt an Frauen ausgelöst.