Gerade einmal 56 Prozent der Wahlberechtigten wissen dieser Tage, welcher Partei sie ihre Stimme geben werden. Noch nie waren in Deutschland so wenige Tage vor der Bundestagswahl so viele Menschen unentschlossen.

Hat der Wähler den Durchblick verloren, welche Partei noch für welche Inhalte steht? „Der verwirrte Wähler: Welche Partei steht noch wofür?“, fragte sich die Talkrunde bei Maischberger und kam in den 75 Minuten nicht so richtig in eine Diskussion.

Dass der Wahlkampf keine Fahrt aufnimmt, erklärt sich TV-Moderator Johannes B. Kerner mit einem Mangel an Ideen. Er würde gern wissen, wie sich die Politik das Land in zehn Jahren vorstelle. „Ich vermisse den Wettstreit um die beste Idee.“ Die ARD-Moderatorin Anja Reschke argumentierte, es gebe einen Teil der Bevölkerung, der sich von der Demokratie abgekehrt habe. So weit bekannt, so eher ermüdend am Mittwochabend.

Fleischhauer: AfD ist gut für die Demokratie

Für ein bisschen Diskussionsstoff sorgte „Spiegel“-Kolumnist Jan Fleischhauer: Die CDU habe unlängst rüber gemacht, sei unter Merkel sozialdemokratisiert. Unter demokratischen Gesichtspunkten sei es „nicht schlecht“, dass künftig eine Partei im Bundestag vertreten sei, die sich gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung stelle, die AfD. Eine Koalition mit CDU und AfD will der Ex-Linke, einst machte er selbst von links zu konservativ rüber, dann aber auch nicht.