Sarah Wiener, 58, ist sich etwas uneins, was die politisch angeordnete Schließung von Restaurants in der Pandemie betrifft. Die Fernsehköchin und Gastronomin sieht da ihre eigenen Interessen als Unternehmerin und fühlt sich als Politikerin, die sie auch ist, zugleich dem Allgemeinwohl verpflichtet: „Natürlich sind die Maßnahmen nachvollziehbar, und es müssen auch Entscheidungen getroffen werden. Aber ich kann auch den Ärger der Leute nachvollziehen, deren Existenz ruiniert ist.“

Was Wieners abwägende Haltung befördert haben mag: Im Herbst erkrankte sie selbst an Corona. „Wenn es damals noch etwas schlimmer geworden wäre, hätte ich ins Krankenhaus gemusst. Dazu kamen Husten und eine Erschöpfung, die teilweise bis heute andauert.“ Schon als Wiener ihre Covid-19-Erkrankung im Oktober per Facebook bekannt gab, schrieb sie: „Ich hoffe sehr, dass ihr alle verschont bleibt und nicht unter den neuerlichen Verschärfungen zu sehr leidet.“

Ansonsten verteidigt Wiener die Corona-Maßnahmen: „Sie machen Sinn, und ich hoffe, es bewirkt auch das Richtige. Es gibt keinen Grund zur Angst, aber sehr wohl zur Vorsicht, zur Vorsorge und Fürsorge!“ Wiener sitzt für die österreichischen Grünen im Europaparlament und musste im Juli für drei ihrer Betriebe in Berlin Insolvenz anmelden. „Unternehmerisch war es eine sinnvolle Entscheidung, seelisch ist es natürlich schwierig.“

Die Österreicherin wird am Dienstag ab 21.50 Uhr auf dem Pay-TV-Sender Sky in einer Episode der Dokureihe „Her Story“ zu sehen sein. Wiener wurde während der vergangenen Monate von einem Kamerateam begleitet.

Elizabeth II., 94, wird sich einem Medienbericht zufolge innerhalb weniger Wochen gegen das Coronavirus impfen lassen. Die britische Königin und ihr Mann Philip, 99, gehörten wegen ihres hohen Alters zur Hochrisikogruppe und hätten deshalb Anspruch darauf, sich den in Großbritannien bereits zugelassenen Impfstoff von Biontech-Pfizer frühzeitig verabreichen zu lassen, berichtet das Boulevardblatt Mail on Sunday. Es werde allerdings keine Vorzugsbehandlung für die Royals geben.

Foto: dpa/Chris Jackson/Buckingham Palace
Queen Elizabeth II. und ihr Ehemann Prinz Philip gehören zur Hochrisikogruppe.

Das britische Königshaus will sein Volk informieren, sobald die Queen und ihr Gemahl gegen das Covid-19-Virus geimpft worden sind. Das berichtet unterdessen die Times unter Berufung auf ungenannte Quellen aus dem Palast. Die Impfung der Hoheiten ist in vielfacher Hinsicht ein Politikum. Dabei geht es nicht nur um eine möglicherweise bevorzugte Behandlung, die auch darin liegen dürfte, dass sich die Queen und ihr Mann wohl kaum irgendwo in einer Schlange anstellen dürften.

Allerdings hat die Impfung der bei ihren Untertanen mehrheitlich immer noch sehr geschätzten Monarchin auch eine wichtige Vorbildfunktion: Sie könnte so die Impfgegner bremsen, die auch in England ihren Feldzug gegen die Immunisierung mit großer Energie und der Verbreitung von Falschinformationen führen. Ranghohe Mitglieder des Königshauses planen deswegen, so die Times weiter, ihre eigene Impfung öffentlich bekannt zu geben, um ihre Untertanen zu ermutigen, sich die „lebenswichtige Spritze“ ebenfalls geben zu lassen.

1957 nahm Königin Elizabeth schon einmal ihre Rolle als Vorbild wahr. Mit der Polio-Impfung ihrer beiden Kinder Charles und Anne, damals acht und sechs Jahre alt, zerstreute sie die Bedenken in der Bevölkerung wegen schädlicher Nebenwirkungen des gerade entwickelten Impfstoffs.