Schadows Prinzessinnengruppe in Berlin doppelt zu sehen

Die Quadriga von Johann Gottfried Schadow auf dem Brandenburger Tor gehört zu den beliebtesten Anziehungspunkten Berlins. Nur knapp zwei Kilometer weiter zei...

Besucher betrachten in der Ausstellung «Johann Gottfried Schadow.
Besucher betrachten in der Ausstellung «Johann Gottfried Schadow.Gerd Roth/dpa

Berlin-Die Quadriga von Johann Gottfried Schadow auf dem Brandenburger Tor gehört zu den beliebtesten Anziehungspunkten Berlins. Nur knapp zwei Kilometer weiter zeigt die Alte Nationalgalerie erstmals beide Originale von Schadows (1764-1850) berühmter Prinzessinnengruppe. Die Versionen aus Marmor und Gips der beiden Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen stehen im Zentrum der Ausstellung „Johann Gottfried Schadow - Berührende Formen“, die von diesem Freitag an bis zum 19. Februar zu sehen ist.

Das lebensgroße Doppelstandbild gilt als „Inbegriff des Klassizismus“ und Hauptwerk Schadows, der auch als Vater der Berliner Bildhauerschule bezeichnet wird. Die Gips-Variante wurde zuletzt über drei Jahre lang untersucht und restauriert. Diese Figur soll später wieder in der Friedrichswerderschen Kirche aufgestellt werden.

Es sei das erste Mal überhaupt, dass die Werke aus Gips (1795) und Marmor (1797) wieder zusammen seien, sagte der Direktor der Alten Nationalgalerie, Ralph Gleis, am Donnerstag. Für die Umsetzung seien „wirklich Tonnen im Haus bewegt worden“.

Bei Schadow komme unverwechselbare Naturnähe, Lebendigkeit, Innigkeit und Spontanität zusammen mit Repräsentation, so Gleis. Dies sei typisch für Schadow. Seit 30 Jahren habe es zu diesem Künstler keine Ausstellung mehr gegeben. Die Alte Nationalgalerie beherbergt den größten Bestand seiner Arbeiten.

Zusammen mit der Prinzessinnengruppe werden 170 Plastiken, Gemälde und Zeichnungen gezeigt, darunter Leihgaben aus dem In- und Ausland.