Ende gut, alles gut. Strahlende Gesichter, Dankesreden, Beifall. Heiner Bastian, einst Assistent von Joseph Beuys, Kunstsammler, Kurator und Galerist, übergab am Donnerstag aus dem Familienbesitz sein 2000-Quadratmeter-Chipperfield-Haus, Kupfergraben 10, an die Preußenstiftung.

Unwiderruflich! Man war zuvor beim Notar. Das Galeriehaus gegenüber der ebenfalls von David Chipperfield entworfenen James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel wird den Namen des Mäzens tragen und Zentrum für kulturelle Bildung vornehmlich für Jugendliche sein, „die Museumsbesucher von Morgen“, wie es so schön heißt. Dies wurde vom Schenkenden wie von den Beschenkten mehrfach versichert.

Kunstfachleute und Museumspädagogen werden in den vormaligen Galerieräumen für Gegenwartskunst ab 2018 Jugendliche, Familien und Schulklassen an die Schätze der Weltkulturen heranführen, die in Berlins Museen zu sehen sind oder erforscht werden. Es soll Ausstellungen und Programme mit Workshops und Projekten geben, Angebote, die „eine breite kulturelle Teilhabe“ ermöglichen, wie es in allen festlichen Ansprachen zur Übereignung betont wurde.

Vier-Etagen-Haus an exponierter Stelle

Und es war keine Rede mehr davon, dass – und vor allem warum – Heiner Bastian unlängst seine zuvor groß angekündigte und schon vorab von allen Seiten gerühmte mäzenatischen Geste zunächst widerrufen hatte. Da war die Verwirrung groß, wurde aber nicht aufgeklärt. Es hieß, allerdings nur hinter vorgehaltener Hand, der Mäzen und seine Familie seien mit der von der Preußenstiftung geplanten Nutzung des Vier-Etagen-Hauses an exponierter Stelle in Mitte nicht so recht glücklich. Möglicherweise gab es ja noch Steuerfragen und auch unausgesprochene Missverständnisse. Oder vielleicht brauchten die Spender einfach mehr Zeit, um loszulassen.

Jedenfalls erlebten wir gestern die harmonische Entwirrung des Gefühlsknäuels zwischen Großmut und Trennungsschmerz. Schließlich ist der berückende Chipperfield-Bau wahrlich ein visionärer Gegenentwurf zum allseits einfallslosen Bauen in Berlin und die ästhetische wie geistige Achse zur Museumsinsel so sicht- wie spürbar.

Zudem wollte der Mäzen wohl mit Recht sicher gehen, dass das Haus samt Grund und Bodens, ausschließlich kulturellen Zwecken dienen würde. Nun also als kulturelles Bildungszentrum. Ein Verkauf kam schon deshalb nicht infrage. Kulturstaatsministerin Monika Grütters nannte den Akt denn auch „ein wahres Staatsgeschenk“ – an Berlin, ja, an die Weltkultur. Und an die Zukunft.