Schauspielerin Luise Großmann spielt die Tochter eines Kult-Ermittlers. 
Foto: Christian Schulz

BerlinFür Retro ist Luise Großmann mit ihren 24 Jahren eigentlich viel zu jung. Und trotzdem steht sie im Mittelpunkt eines neuen Serienprojekts, das sich vor einer Ikone des deutschen Fernsehens verneigt. In „Seine Tochter“ spielt sie die Tochter von Horst Schimanski, dem deftig-heftigen Ermittler, der von 1981 bis 1991 zur Riege der „Tatort“-Kommissare gehörte und dann von 1997 bis 2013 seine eigene Serie „Schimanski“ bekam. 

Die junge Frau erkennt in der Geschichte, dass ihre vermeintlichen Eltern nur Teil ihrer Tarnidentität in Wien sind, denn als „seine Tochter“ soll sie geschützt werden. Sie fährt nach Berlin, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Luise Großmann, die in Wolmirstedt bei Magdeburg aufgewachsen ist und neben ihrem Leistungssport als Stabhochspringerin an der Deutschen Sporthochschule in Köln ihren Bachelor in Sportjournalismus gemacht hat, ist vor einem Jahr auch nach Berlin gezogen.

Titelrolle in „Seine Tochter“ ist ein schwerer Rucksack

Bei unserem Gespräch im Café Tiergarten begründet sie das damit, dass sie aktuell ihren „Hauptfokus voll auf das Serienprojekt“ legen will. Und mit den Möglichkeiten der Stadt, die ihr nicht unbekannt war, denn sie lief als Model mehrmals auf der Fashion Week: „Hier gibt es so viele Angebote an Schauspielworkshops. Und ich liebe es, einfach durch die Stadt zu laufen und ihr Gefühl aufzunehmen.“

Sie gibt zu, dass die Titelrolle in „Seine Tochter“ mit ihrem Bezug auf eine Ikone der TV-Geschichte ein schwerer Rucksack ist: „Das wird aber durch Begeisterung wettgemacht. Und durch das Gefühl, Teil von etwas Großem zu sein - wann darf man schon mal so eine Rolle mitentwickeln?“

Produzent Torsten Rüther ist gerade auf der Suche nach einem Sender oder Streamingpartner. Um seine Vision von „Seine Tochter“ zu verdeutlichen, hat er mit großem Aufwand ein Zwischending zwischen Trailer und Pilotfilm - er nennt es „Trilot“ – produziert, sechseinhalb Minuten lang. Die Drehbücher für die acht jeweils fünfzigminütigen Folgen der Serie sind fertig.

Der „Trilot“ zu „Seine Tochter“.

Video: YouTube

Rüther bringt eine attraktive Besetzung an den Start: mit Luiii spielen Vinzenz Kiefer, Herbert Knaup, Gitta Schweighöfer, Tim Oliver Schultz und Constantin von Jascheroff. Chiem van Houweninge, der legendäre Schimanski-Kollege Hänschen, schlägt die Brücke vom alten Ensemble zum neuen und spricht voller Begeisterung von der Kollegin Luiii: „Sie ist jung, hat eine enorme Poesie und spielt sehr gut!" Hajo Gies, der als Regisseur der Schimanski-Filme dabei war, als die Rolle des Ermittlers entwickelt wurde, stand der Wiener Regisseurin Verena Soltiz, die den Triloten gedreht hat, beratend zur Seite (nein, eigentlich saß er dabei meistens in einem Regiestuhl).

Luise Großmann traf Chiem van Houweninge und Hajo Gies zuerst für ihren Podcast „Die Leute hinter den Legenden“ und schwärmt seitdem: „Chiem ist ein Traum – so ein herzlicher Mensch! Wenn man ihn trifft, kann man sich nur wohlfühlen. Und Hajo hat so viel zu erzählen!“