Berlin - Sie schaut nach irgendwo. Irdisch schön und doch aus einer anderen Welt. Mein Herzklopfen beim einsamen und damit einmalig exklusiven Besuch, meine aufdringlichen Blicke und das Klicken der Kamera des Fotografen sind ihr völlig gleichgültig. Die Königin aus der Amarna-Zeit steht über den weltlichen Dingen. Womöglich auch über dem Corona-Lockdown, der das Museum zuschloss.

Ihren Anblick haben schon Millionen von Betrachtern der Ägyptischen Sammlung Berlins mit nach Hause genommen. Doch nie war ich der großen königlichen Gemahlin des Pharao Echnaton so nah. Niemals zuvor hatte ich das weltberühmte Kunstwerk so ganz für mich allein im üblicherweise stets übervollen Neuen Museum. Dieses irgendwann zwischen 1353 und 1336 vor Christus (18. Dynastie) in Tell-el-Amarna vom obersten Hofbildhauer Thutmosis aus Kalkstein geschaffene Abbild von Vollkommenheit. Trotz der vom Zahn der Zeit zugefügten Blessuren an den feinen, kleinen Ohren, der fehlenden linken Pupille und der abgesprungenen Mineralfarbe an der Helmkrone mit der Uräus-Schlange, Insignie der Pharaonen.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.