Taylor Swift, 31, hat die Pandemie-Zeit bestens genutzt und viel Zeit im Studio verbracht. „Wir konnten einfach nicht aufhören, Songs zu schreiben“, erklärt die Sängerin auf Instagram ihre mirakulös gesteigerte Schaffenskraft. Nach dem Album „Folklore“, das Taylor erst im Juli veröffentlicht hatte, kam dann in der vergangenen Woche überraschend eine weitere CD heraus: „Evermore“.

Das neueste Werk ist trotz der kurzen Zeitspanne kein müder, erschöpfter Abklatsch, sondern eine kraftvolle Fortsetzung der vorangegangenen Folk-Platte, deren eingängige Stücke einmal mehr zeigen, was für eine hervorragende Songwriterin Taylor ist. Dieses, ihr zweites Studioalbum im Corona-Jahr 2020 wäre allerdings beinahe nicht am 10. Dezember erschienen … Woher wir das wissen?

Paul McCartney, 78, hat es uns verraten. In der „Howard-Stern-Show“ gab der Sänger in einem Telefoninterview bekannt, dass Swift den Erscheinungstag ihres Albums aus Höflichkeit habe verschieben wollen: Sie habe nicht gewollt, dass sie auf einen Tag mit dem neuen Album der Beatles-Legende fällt. Denn auch McCartney wollte sein neuestes Werk „McCartney III“ am 10. Dezember veröffentlichen.

Eine Geste der Wertschätzung, die ihn sehr erfreute: „Die Menschen gehen für andere wirklich einen Schritt zurück.“ Und das obwohl Taylor sich mit Veröffentlichung eine Art Geburtstagsgeschenk (zum 13. Dezember) habe machen wollen, so McCartney voller Anerkennung. Wie auch immer, er zog gerührt zurück und veröffentlichte eine Woche später. Offenbar ganz britischer Gentleman.

Den umtriebigen Ex-Beatle sorgen ohnehin andere Themen. In einem Interview mit der BBC warnte McCartney vor der Gefahr durch Falschinformationen von Impfgegnern im Internet. Er werde sich gegen das Coronavirus impfen lassen und andere dazu ermutigen, sagte er. „Es gab auch früher schon Impfgegner. Das war okay, es war ihre Entscheidung, aber mit dem Internet greift das wirklich um sich.“

Heino Ferch, 57, würde nicht im Traum daran denken, sich bei den Corona-Leugnern und -Verharmlosern einzureihen. Der Schauspieler ist froh, in der Corona-Krise arbeiten zu können und will auch, dass das so bleibt – und er, also gesund! Als Hauptdarsteller dürfe er nicht ausfallen, sagte er der Deutschen Presseagentur. Eine zweiwöchige Quarantäne würde die Produktion lahmlegen.

Allein schon aus beruflichen Grund gehören das Maskentragen und Abstandhalten also dazu. Ansonsten nutzt Ferch die Zeit mit seiner Frau und den drei Kindern. Das sei sehr intensiv und schön, Homeschooling inklusive: „Wir leben auf dem Land. Da haben wir vom Corona-Wahnsinn in den Städten gar nicht so viel mitgekriegt.“ Schwierig findet er nur die Ungewissheit, wie lange die Situation andauern wird.

Morten Harket, 61, blickt gelassen auf den Lockdown. Der Sänger der norwegischen Pop-Band a-ha ist durch sein Tourleben an Pausen gewohnt: „In diesem Sinn ist es leichter für mich, einen Lockdown auszuhalten, eine längere Zeit zu Hause zu sein, in der ich nicht viel zu tun habe, aber die gewonnene Zeit zum Beispiel fürs Songwriting nutze“, sagte der Künstler jetzt der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Und dann gebe es da noch ein Wundermittel gegen den Corona-Koller. „Wenn mir die Decke auf den Kopf fällt, gehe ich raus zum Holzhacken oder in den Wald.“ Ansonsten kann sich Harket auch auf seinen Erfolgen ausruhen: Der Song „Take On Me“ machte ihn und seine zwei Mitmusiker Magne Furuholmen und Paul Waaktaar-Savoy weltberühmt und sehr reich. Die Tonträger der Band wurden mehr als 100 Millionen Mal verkauft.

Boris Becker, 53, hat die große Entschleunigung durch das Virus offenbar für einige Grübeleien verwandt – davon mag ihn nicht einmal sein Londoner Insolvenzverfahren abgehalten haben. Und so kann sich das einstige deutsche Tenniswunder trotz zwei gescheiterter Ehen und bereits vier Kindern mittlerweile wieder vorstellen, noch einmal in die Familienplanung einzusteigen.

Das sagte Becker im Interview mit Johannes B. Kerner bei MagentaTV: „Für mich waren die schönsten Momente, Vater zu werden. Ich war bei drei von den Geburten meiner vier Kinder dabei. Und es war ein absolutes Glücksgefühl.“ Und fügte dann hinzu: „Ich würde nicht ausschließen, in Zukunft noch mal Vater zu werden. Ich würde auch nicht ausschließen, noch mal zu heiraten.“

Laith Al-Deen, 48, würde schon wieder gern auf der Bühne stehen. Coronabedingt muss der Sänger („Alles an dir“) bei seinen Konzertplänen aber wohl das kommende Jahr weitgehend überspringen: „Ich werde, wie viele andere Kollegen, schwerpunktmäßig auf 2022 schauen und mit allen zusammen darauf hoffen, dass wir bald wieder live spielen können“, sagte Al-Deen jetzt dem Mannheimer Morgen.

Ansonsten hofft er angesichts der anstehenden  Corona-Impfungen, „dass der Tunnel irgendwann ein Ende haben könnte“. Dennoch ist es nun auch nicht so, als habe er gar nichts zu tun. Im Gegenteil, Al-Deen ist nach eigenen Angaben „ganz ordentlich“ mit Homeschooling beschäftigt, immerhin ist er Vater dreier Kinder: „Gerade arbeite ich mich in das gute, alte Präteritum ein.“

Tom Schilling, 38, nutzt die Corona-Auszeit für einige kulturkritische Betrachtungen. Die Pandemie habe „wie unter dem Brennglas gezeigt, was mit dem Zustand der Welt nicht in Ordnung ist“, sagte der Schauspieler jetzt in einem Interview der Süddeutschen Zeitung. „Verkürzt kann man sagen, dass mich die Entschleunigung und die Erkenntnis, dass mir unsere sogenannte Normalität nicht guttut, beflügelt haben.“

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Schauspieler Tom Schilling: „Corona zeigt, was mit dem Zustand der Welt nicht in Ordnung ist.“

Was Schilling meint: „Der Lockdown zwingt uns alle, die wir nicht im Gesundheitswesen oder im Supermarkt arbeiten, zum Innehalten und Reflektieren. Das ist eine Extremerfahrung, von der ich sage, dass ich sie mag. Ich meine damit ausdrücklich nicht die Einsamkeit in den Pflegeheimen, die Situation für Kinder in schwierigen Familien und vor allem nicht die vielen Corona-Toten.“